Deutscher Wortschatz · C2
Das sind die 1.010 Wörter, die Deutschkurse und Lehrbücher auf Niveau C2 (Exzellent) vermitteln. Jedes Wort hat eine Definition und einen Beispielsatz auf Deutsch, ohne Übersetzung: so, wie Muttersprachler lernen.
| Wort | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| die Abgeschiedenheit | Zustand eines Ortes, der weit weg von anderen Menschen und vom Trubel liegt. | Der Schriftsteller suchte die Abgeschiedenheit eines Bergdorfes, um in Ruhe zu schreiben. |
| die Abgeklärtheit | Ruhige, weise Haltung eines Menschen, den durch Erfahrung kaum noch etwas aus der Fassung bringt. | Mit der Abgeklärtheit ihrer achtzig Jahre hörte sie sich die Klagen der Enkel an. |
| der Abglanz | Schwacher Widerschein von etwas, das früher großartig oder strahlend war. | Das Hotel ist nur noch ein matter Abglanz seiner glanzvollen Vergangenheit. |
| der Abkömmling | Jemand, der von einer bestimmten Person oder Familie abstammt; Nachfahre. | Der Graf war der letzte Abkömmling eines alten Adelsgeschlechts. |
| das Ablenkungsmanöver | Absichtliche Handlung, mit der man die Aufmerksamkeit von etwas Wichtigem weglenkt. | Die plötzliche Ankündigung war nur ein Ablenkungsmanöver, um vom Skandal abzulenken. |
| die Absolution | Freisprechung von Schuld, besonders die Vergebung der Sünden durch einen Priester. | Nach der Beichte erteilte ihm der Pfarrer die Absolution. |
| die Absurdität | Etwas völlig Unsinniges, das jeder Logik und Vernunft widerspricht. | Die Absurdität der neuen Vorschrift brachte alle Mitarbeiter zum Lachen. |
| die Abtrünnigkeit | Das Verlassen einer Gruppe, eines Glaubens oder einer Überzeugung, der man vorher treu war. | Seine Abtrünnigkeit wurde ihm von den früheren Parteifreunden nie verziehen. |
| die Agonie | Todeskampf; auch der lange, qualvolle Zustand kurz vor dem Ende von etwas. | Das Unternehmen lag schon seit Jahren in der Agonie, bevor es endgültig schloss. |
| die Akkumulation | Allmähliche Anhäufung oder Ansammlung von etwas, zum Beispiel von Kapital. | Die Akkumulation von Reichtum in wenigen Händen ist ein zentrales Thema der Ökonomie. |
| die Allegorie | Bildliche Darstellung eines abstrakten Begriffs, etwa die Gerechtigkeit als Frau mit Waage. | Die Frau mit der Sense ist eine bekannte Allegorie des Todes. |
| die Allmacht | Unbegrenzte Macht, die nichts und niemand einschränken kann. | Der Herrscher glaubte an seine eigene Allmacht und duldete keinen Widerspruch. |
| der Alleingang | Handlung, die jemand ohne Absprache mit anderen und ohne deren Unterstützung durchführt. | Der Alleingang des Ministers verärgerte die Partner in der Koalition. |
| die Amnestie | Allgemeiner Straferlass durch den Staat für eine bestimmte Gruppe von Verurteilten. | Zum Nationalfeiertag verkündete die Regierung eine Amnestie für politische Gefangene. |
| die Anarchie | Zustand, in dem es keine staatliche Ordnung und keine Regeln mehr gibt. | Nach dem Zusammenbruch der Regierung herrschte im Land völlige Anarchie. |
| die Andacht | Innere Sammlung und Versenkung, besonders beim Beten; auch ein kurzer Gottesdienst. | Mit großer Andacht lauschten die Zuhörer dem Orgelkonzert. |
| die Anekdote | Kurze, oft lustige Geschichte über eine bekannte Person oder ein besonderes Ereignis. | Beim Abendessen erzählte der Professor eine amüsante Anekdote über Einstein. |
| die Anmaßung | Verhalten, bei dem man sich Rechte oder Fähigkeiten herausnimmt, die einem nicht zustehen. | Es ist eine Anmaßung, über Dinge zu urteilen, von denen man nichts versteht. |
| die Anmut | Natürliche Schönheit und Leichtigkeit in Bewegung und Haltung. | Die Tänzerin bewegte sich mit unvergleichlicher Anmut über die Bühne. |
| der Anachronismus | Etwas, das nicht in die Zeit passt, in der es vorkommt, weil es veraltet ist. | Ein Ritter mit Armbanduhr wäre im Film ein peinlicher Anachronismus. |
| die Annexion | Gewaltsame und rechtswidrige Eingliederung eines fremden Gebiets in den eigenen Staat. | Die Annexion der Halbinsel wurde von den meisten Staaten nicht anerkannt. |
| die Anomalie | Abweichung von der Regel oder vom normalen Zustand. | Die Forscher entdeckten eine seltsame Anomalie in den Messdaten. |
| die Antipathie | Gefühl der Abneigung gegen jemanden, oft ohne klaren Grund. | Zwischen den beiden Kollegen bestand von Anfang an eine tiefe Antipathie. |
| die Antithese | Behauptung, die einer anderen genau entgegengesetzt ist; der Gegensatz. | Sein ruhiges Leben ist die Antithese zum hektischen Alltag seines Bruders. |
| die Apathie | Zustand völliger Teilnahmslosigkeit, in dem einen nichts mehr interessiert oder bewegt. | Nach dem Verlust seiner Frau versank er in tiefe Apathie. |
| der Aphorismus | Kurzer, geistreicher Satz, der eine Lebensweisheit treffend ausdrückt. | Der Band enthält über tausend Sprüche, jeder Aphorismus ein kleines Juwel. |
| die Arglist | Hinterhältige, bösartige Absicht, jemanden zu täuschen oder ihm zu schaden. | Mit großer Arglist verschwieg der Verkäufer die Mängel des Hauses. |
| der Argwohn | Misstrauen und Verdacht, dass jemand etwas Böses vorhat. | Die Nachbarn betrachteten den Fremden mit wachsendem Argwohn. |
| die Arroganz | Überhebliches Verhalten von jemandem, der sich für besser als andere hält. | Seine Arroganz hat ihm schon viele Freunde gekostet. |
| die Askese | Streng enthaltsame Lebensweise, bei der man bewusst auf Genuss und Luxus verzichtet. | Die Mönche lebten in strenger Askese, ohne Fleisch und ohne Besitz. |
| die Assoziation | Gedankliche Verknüpfung, bei der eine Vorstellung spontan eine andere hervorruft. | Der Geruch von Zimt weckt bei mir die Assoziation an Weihnachten. |
| die Ästhetik | Lehre vom Schönen; auch die Schönheit und Gestaltung einer Sache. | Bei diesem Designer stehen Funktion und Ästhetik in perfektem Gleichgewicht. |
| der Atavismus | Wiederauftreten von Merkmalen oder Verhaltensweisen aus längst vergangenen Entwicklungsstufen. | Manche halten die Blutrache für einen Atavismus aus archaischen Zeiten. |
| die Aura | Besondere Ausstrahlung, die eine Person oder ein Ort auf andere wirkt. | Die alte Bibliothek hatte eine geheimnisvolle Aura. |
| die Ausflucht | Vorwand oder Ausrede, mit der man sich einer Verantwortung entziehen will. | Statt sich zu entschuldigen, suchte er nach einer billigen Ausflucht. |
| die Ausgeburt | Abwertend: Produkt, das aus etwas Schlechtem oder Krankhaftem entstanden ist. | Diese Verschwörungstheorie ist eine Ausgeburt seiner überhitzten Fantasie. |
| die Ausgelassenheit | Fröhliche, übermütige Stimmung, in der man sich keine Zurückhaltung auferlegt. | Nach dem Sieg feierten die Fans mit großer Ausgelassenheit auf den Straßen. |
| die Ausschweifung | Maßloses Genießen, besonders bei Essen, Trinken oder Vergnügen. | Nach Wochen der Ausschweifung beschloss der Prinz, ein maßvolles Leben zu führen. |
| die Aversion | Starke Abneigung gegen etwas oder jemanden. | Seit seiner Kindheit hat er eine Aversion gegen gekochten Spinat. |
| die Banalität | Etwas Alltägliches und Bedeutungsloses, das keine Tiefe hat. | Die Rede bestand aus einer Banalität nach der anderen. |
| der Bannkreis | Bereich, in dem jemand oder etwas einen starken Einfluss ausübt. | Schon als Student geriet er in den Bannkreis des berühmten Philosophen. |
| die Barmherzigkeit | Mitgefühl mit Notleidenden, das sich in tätiger Hilfe zeigt. | Die Ordensschwestern pflegten die Kranken aus reiner Barmherzigkeit. |
| die Beklemmung | Bedrückendes Gefühl der Angst und Enge, oft in der Brust. | Als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel, überkam sie eine seltsame Beklemmung. |
| die Befindlichkeit | Seelischer Zustand oder Empfindlichkeit einer Person oder Gruppe. | Der Chef nimmt wenig Rücksicht auf die Befindlichkeit seiner Angestellten. |
| die Behaglichkeit | Angenehmes Gefühl von Wärme, Ruhe und Gemütlichkeit. | Das Kaminfeuer verbreitete eine wohlige Behaglichkeit im ganzen Raum. |
| die Beklommenheit | Ängstliche Unsicherheit, bei der man sich bedrückt und gehemmt fühlt. | Mit spürbarer Beklommenheit betrat der junge Mann das Büro des Direktors. |
| die Belesenheit | Umfassende Bildung, die jemand durch das Lesen vieler Bücher erworben hat. | Ihre Belesenheit beeindruckte selbst die Literaturprofessoren. |
| die Beliebigkeit | Zustand, in dem alles gleich gültig ist und keine klaren Maßstäbe mehr gelten. | Kritiker werfen der modernen Kunst oft eine gewisse Beliebigkeit vor. |
| die Bequemlichkeit | Neigung, Anstrengung zu vermeiden; auch etwas, das das Leben angenehm macht. | Aus reiner Bequemlichkeit fährt er auch kurze Strecken mit dem Auto. |
| die Besonnenheit | Ruhige, überlegte Art, auch in schwierigen Situationen vernünftig zu handeln. | Dank der Besonnenheit des Piloten landete das Flugzeug sicher. |
| die Bestürzung | Starkes Erschrecken und Betroffenheit über ein unerwartetes, schlimmes Ereignis. | Die Nachricht von seinem Tod löste große Bestürzung aus. |
| die Betriebsamkeit | Geschäftiges Treiben, bei dem viele Menschen eifrig beschäftigt sind. | Vor dem Fest herrschte in der Küche hektische Betriebsamkeit. |
| die Bewandtnis | Besonderer Grund oder Hintergrund, der hinter einer Sache steckt. | Mit dem alten Ring hat es eine ganz besondere Bewandtnis. |
| die Bigotterie | Übertriebene, scheinheilige Frömmigkeit, hinter der wenig echte Überzeugung steckt. | Der Roman entlarvt die Bigotterie der kleinstädtischen Gesellschaft. |
| der Bildungsbürger | Person aus dem Bürgertum, die großen Wert auf Kultur, Kunst und Wissen legt. | Der typische Bildungsbürger besucht die Oper und liest die Klassiker. |
| die Binsenweisheit | Allgemein bekannte Tatsache, die so selbstverständlich ist, dass man sie nicht erwähnen muss. | Dass Übung den Meister macht, ist eine Binsenweisheit. |
| der Blickwinkel | Bestimmte Sichtweise, aus der man eine Sache betrachtet und beurteilt. | Aus dem Blickwinkel der Kinder sieht das Problem ganz anders aus. |
| die Borniertheit | Geistige Enge, bei der man starr an beschränkten Ansichten festhält. | Die Borniertheit der Behörde machte jede vernünftige Lösung unmöglich. |
| die Brandrede | Leidenschaftliche, aufrüttelnde Rede, die Empörung oder Begeisterung entfachen soll. | Die Aktivistin hielt eine Brandrede gegen die Zerstörung des Regenwalds. |
| die Brüskierung | Grobe, verletzende Zurückweisung, mit der man jemanden vor den Kopf stößt. | Das Fernbleiben vom Empfang galt als offene Brüskierung des Gastgebers. |
| die Bürgerpflicht | Aufgabe, die jeder Einwohner gegenüber der Gemeinschaft und dem Staat zu erfüllen hat. | Wählen zu gehen betrachtet meine Großmutter als Bürgerpflicht. |
| der Chauvinismus | Übersteigertes Gefühl der Überlegenheit der eigenen Nation oder des eigenen Geschlechts. | Seine Witze über Frauen zeugten von plumpem Chauvinismus. |
| die Chimäre | Trugbild oder Hirngespinst; etwas, das man sich vorstellt, das aber nicht existiert. | Die Idee vom ewigen Wachstum erwies sich als Chimäre. |
| die Chronik | Aufzeichnung geschichtlicher Ereignisse in ihrer zeitlichen Reihenfolge. | In der Chronik des Dorfes ist jeder Brand seit 1650 verzeichnet. |
| die Courage | Mut, besonders der Mut, für seine Überzeugungen offen einzutreten. | Es braucht Courage, einem Vorgesetzten öffentlich zu widersprechen. |
| die Dekadenz | Kultureller und moralischer Verfall, oft verbunden mit übertriebenem Luxus. | Der Roman schildert die Dekadenz der Aristokratie vor der Revolution. |
| die Demagogie | Politische Hetze, die mit Lügen und Gefühlen das Volk aufwiegelt. | Mit plumper Demagogie versuchte er, die Wähler gegeneinander aufzubringen. |
| der Demagoge | Politiker, der die Massen mit Lügen und Gefühlen aufhetzt und manipuliert. | Ein geschickter Demagoge weiß genau, welche Ängste er schüren muss. |
| die Denkweise | Art und Weise, wie jemand über Dinge nachdenkt und sie beurteilt. | Ihre Denkweise unterscheidet sich stark von der ihrer Eltern. |
| die Destruktivität | Neigung, etwas zu zerstören oder nur negativ zu wirken. | Die Destruktivität seiner Kritik half niemandem weiter. |
| die Dichotomie | Aufteilung in zwei streng voneinander getrennte, gegensätzliche Teile. | Die Dichotomie von Gut und Böse ist in Märchen besonders deutlich. |
| der Dichter | Person, die literarische Werke, besonders in Versen, verfasst. | Goethe gilt als der bedeutendste Dichter der deutschen Klassik. |
| die Dichtung | Sprachliches Kunstwerk; auch die Gesamtheit der Literatur einer Epoche. | Die Dichtung des Barock ist reich an Bildern der Vergänglichkeit. |
| die Diffamierung | Verbreitung von Behauptungen, die den guten Ruf eines Menschen absichtlich zerstören. | Der Journalist wehrte sich vor Gericht gegen die Diffamierung seiner Person. |
| die Diskrepanz | Deutlicher Unterschied zwischen zwei Dingen, die eigentlich übereinstimmen sollten. | Zwischen seinen Worten und seinen Taten besteht eine große Diskrepanz. |
| die Diskretion | Fähigkeit, Vertrauliches für sich zu behalten; taktvolle Zurückhaltung. | Bei unserer Bank können Sie sich auf absolute Diskretion verlassen. |
| die Distinktion | Vornehme Abgrenzung von anderen, auch durch Geschmack und Lebensstil. | Teure Weine dienen vielen eher der Distinktion als dem Genuss. |
| die Doppelmoral | Haltung, bei der man an andere strengere Maßstäbe anlegt als an sich selbst. | Er predigt Sparsamkeit und fliegt erster Klasse: reine Doppelmoral! |
| die Dreistigkeit | Freches, unverschämtes Verhalten ohne jede Scheu. | Mit unglaublicher Dreistigkeit drängelte er sich an der Schlange vorbei. |
| die Dürftigkeit | Mangelhafter, ärmlicher Zustand; geringe Menge oder Qualität. | Die Dürftigkeit der Beweise führte zum Freispruch des Angeklagten. |
| der Duktus | Charakteristische Art der Linienführung in einer Handschrift oder des Ausdrucks in einem Text. | Am Duktus der Briefe erkannte der Experte sofort den Verfasser. |
| die Ehrfurcht | Tiefe Achtung vor etwas Erhabenem, gemischt mit leiser Scheu. | Mit Ehrfurcht standen die Besucher vor dem gewaltigen Dom. |
| der Eigenbrötler | Einzelgänger mit seltsamen Gewohnheiten, der lieber für sich bleibt. | Der alte Uhrmacher galt im Dorf als Eigenbrötler, der kaum mit jemandem sprach. |
| die Eigenheit | Besonderes Merkmal oder Gewohnheit, die typisch für jemanden ist. | Es ist eine Eigenheit meines Vaters, immer zehn Minuten zu früh zu kommen. |
| die Eitelkeit | Übertriebene Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und der Wirkung auf andere. | Aus reiner Eitelkeit trägt er keine Brille. |
| der Ekel | Heftiger Widerwille gegen etwas, das man abstoßend findet. | Beim Anblick der verdorbenen Speisen empfand sie tiefen Ekel. |
| die Ekstase | Rauschhafter Zustand höchster Begeisterung, in dem man sich selbst vergisst. | Beim Konzert gerieten die Fans in Ekstase. |
| die Eloquenz | Gewandtheit im Sprechen; Fähigkeit, sich schön und überzeugend auszudrücken. | Mit seiner Eloquenz überzeugte der Anwalt die Geschworenen. |
| die Empfänglichkeit | Offenheit für Eindrücke und Einflüsse; auch Anfälligkeit für etwas. | Kinder haben eine große Empfänglichkeit für Musik. |
| die Endlichkeit | Tatsache, dass etwas, besonders das Leben, begrenzt ist und einmal aufhört. | Im Alter wird einem die Endlichkeit des Daseins immer bewusster. |
| die Engstirnigkeit | Beschränkte Denkweise, die keine anderen Meinungen zulässt. | Ihre Engstirnigkeit machte jede Diskussion mit ihr anstrengend. |
| die Entbehrung | Mangel an Dingen, die man zum Leben braucht oder sich wünscht. | Nach Jahren der Entbehrung genoss die Familie den bescheidenen Wohlstand. |
| das Entgegenkommen | Freundliche Bereitschaft, auf die Wünsche eines anderen einzugehen. | Wir danken Ihnen für Ihr Entgegenkommen bei der Terminplanung. |
| die Entgleisung | Taktloser, unpassender Ausspruch oder Fehltritt im Verhalten. | Nach der verbalen Entgleisung im Parlament musste sich der Abgeordnete entschuldigen. |
| die Entsagung | Freiwilliger Verzicht auf Wünsche, Genüsse oder Ansprüche. | Ein Leben in Entsagung ist für die meisten Menschen schwer vorstellbar. |
| das Entsetzen | Heftiger Schrecken angesichts von etwas Grauenhaftem. | Mit Entsetzen sahen die Zuschauer, wie der Kletterer abrutschte. |
| die Epiphanie | Plötzliche Erkenntnis, bei der einem etwas Wichtiges schlagartig klar wird. | Beim Spaziergang am Meer hatte sie eine Epiphanie: Sie musste ihr Leben ändern. |
| die Erbauung | Seelische Stärkung und innere Erhebung, etwa durch Kunst oder Religion. | Am Sonntag las der Großvater zur Erbauung in alten Psalmen. |
| die Erbitterung | Tiefer, nachhaltiger Groll und heftiger, zorniger Ärger. | Der Streik wurde mit großer Erbitterung auf beiden Seiten geführt. |
| die Erhabenheit | Feierliche Größe und Würde, die Bewunderung und Ehrfurcht weckt. | Die Erhabenheit der Alpen bei Sonnenaufgang machte alle sprachlos. |
| die Erschütterung | Starke seelische Bewegtheit nach einem schlimmen Erlebnis; auch heftiges Beben. | Die Katastrophe löste im ganzen Land tiefe Erschütterung aus. |
| die Erwiderung | Antwort, besonders auf einen Vorwurf oder eine Behauptung. | Auf seine scharfe Kritik folgte eine ebenso scharfe Erwiderung. |
| die Euphorie | Zustand überschwänglicher Hochstimmung und Begeisterung. | Nach dem Wahlsieg herrschte in der Partei große Euphorie. |
| der Euphemismus | Beschönigender Ausdruck, der etwas Unangenehmes harmloser klingen lässt. | „Freisetzung von Personal“ ist ein Euphemismus für Entlassungen. |
| die Exzentrik | Ungewöhnliches, überspanntes Verhalten, das stark von der Norm abweicht. | Die Exzentrik des Malers zeigte sich schon in seiner bunten Kleidung. |
| der Exzess | Ausschweifung; Handlung, die jedes vernünftige Maß überschreitet. | Die Party endete in einem Exzess aus Alkohol und Lärm. |
| die Fassade | Vorderseite eines Gebäudes; übertragen: äußerer Schein, hinter dem sich etwas anderes verbirgt. | Hinter der freundlichen Fassade verbarg sich ein berechnender Mensch. |
| der Fatalismus | Überzeugung, dass alles vom Schicksal vorherbestimmt ist und man nichts ändern kann. | Mit stillem Fatalismus nahm er die schlechte Nachricht hin. |
| die Fehde | Lang andauernder, erbitterter Streit zwischen Personen oder Gruppen. | Die beiden Familien lagen seit Generationen in Fehde miteinander. |
| die Feigheit | Mangel an Mut; ängstliches Ausweichen vor Gefahr oder Verantwortung. | Aus Feigheit schwieg er, als sein Kollege ungerecht behandelt wurde. |
| die Fertigkeit | Durch Übung erworbene Geschicklichkeit bei einer bestimmten Tätigkeit. | Das Schnitzen erfordert große handwerkliche Fertigkeit. |
| der Fetisch | Gegenstand, dem übertriebene, fast magische Bedeutung beigemessen wird. | Für manche Ökonomen ist das Wachstum zum Fetisch geworden. |
| die Floskel | Leere, formelhafte Redewendung ohne echten Inhalt. | „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“ ist eine beliebte Floskel von Behörden. |
| die Flüchtigkeit | Eigenschaft von etwas, das schnell vergeht; auch Ungenauigkeit aus Eile. | Die Flüchtigkeit des Augenblicks hielt der Fotograf meisterhaft fest. |
| die Frömmigkeit | Tiefe religiöse Gläubigkeit, die sich im Leben zeigt. | Die Frömmigkeit ihrer Großmutter beeindruckte selbst die Skeptiker. |
| der Frevel | Schwere Verletzung dessen, was heilig oder geachtet ist; Untat. | Es wäre ein Frevel, diesen alten Wald für einen Parkplatz abzuholzen. |
| die Frivolität | Leichtfertiger, respektloser Umgang mit ernsten Dingen; auch Schlüpfrigkeit. | Die Frivolität seiner Bemerkungen über den Krieg schockierte das Publikum. |
| die Fügung | Ereignis, das wie durch eine höhere Macht bestimmt erscheint. | Durch eine glückliche Fügung trafen sich die Geschwister nach dreißig Jahren wieder. |
| die Galgenfrist | Letzte kurze Frist, die man noch bekommt, bevor etwas Unangenehmes geschieht. | Die Bank gewährte dem Schuldner eine Galgenfrist von zwei Wochen. |
| der Galgenhumor | Humor, mit dem man eine schlimme, ausweglose Lage zu ertragen versucht. | Mit Galgenhumor kommentierten die Passagiere die zwölfte Stunde Verspätung. |
| die Gebärde | Ausdrucksvolle Bewegung des Körpers, besonders der Hände. | Mit einer großen Gebärde lud er die Gäste ein, Platz zu nehmen. |
| das Gebaren | Auffälliges, meist negativ bewertetes Verhalten oder Auftreten. | Das herrische Gebaren des neuen Managers stieß auf Ablehnung. |
| das Gebot | Moralische oder religiöse Regel; auch ein Angebot bei einer Versteigerung. | Höflichkeit gegenüber Gästen ist ein Gebot der Gastfreundschaft. |
| die Gediegenheit | Solide, hochwertige Beschaffenheit, die von Qualität und Geschmack zeugt. | Die Gediegenheit der Eichenmöbel verlieh dem Raum Würde. |
| die Gefälligkeit | Kleiner Dienst, den man jemandem aus Freundlichkeit erweist. | Ich habe ihm nur eine Gefälligkeit erwiesen und erwarte keine Gegenleistung. |
| die Gefasstheit | Ruhige, beherrschte Haltung in einer schweren Situation. | Mit bewundernswerter Gefasstheit nahm die Witwe die Beileidsbekundungen entgegen. |
| der Gegenpol | Gegenstück, das das genaue Gegenteil von etwas anderem darstellt. | Die stille Schwester bildet den Gegenpol zu ihrem lauten Bruder. |
| die Gehässigkeit | Böswillige, feindselige Gesinnung, die anderen schaden will. | Mit unverhohlener Gehässigkeit verbreitete sie Gerüchte über ihre Rivalin. |
| der Geiz | Übertriebene Sparsamkeit; Unwilligkeit, Geld auszugeben oder zu teilen. | Sein Geiz ging so weit, dass er im Winter nicht heizte. |
| das Gelübde | Feierliches Versprechen, besonders gegenüber Gott. | Die Novizin legte das Gelübde der Armut ab. |
| die Gemütsverfassung | Seelischer Zustand, in dem sich jemand gerade befindet. | In seiner jetzigen Gemütsverfassung sollte er keine wichtigen Entscheidungen treffen. |
| die Genügsamkeit | Eigenschaft, mit wenig zufrieden zu sein und keine großen Ansprüche zu stellen. | Die Genügsamkeit der Bergbauern beeindruckte die Städter. |
| das Gepräge | Kennzeichnendes Aussehen oder Charakter, den etwas einer Sache verleiht. | Die vielen Fachwerkhäuser geben der Altstadt ihr Gepräge. |
| die Geringschätzung | Haltung, mit der man jemanden oder etwas als wertlos oder unwichtig ansieht. | Er sprach mit offener Geringschätzung von seinen Kollegen. |
| der Gestus | Typische Art des Ausdrucks oder Auftretens; auch eine bedeutungsvolle Gebärde. | Der Roman ist im Gestus eines alten Märchens erzählt. |
| das Getöse | Anhaltender, dröhnender Lärm. | Mit lautem Getöse stürzte die alte Brücke in den Fluss. |
| die Gewissheit | Sicheres Wissen; Zustand, in dem man keine Zweifel mehr hat. | Erst nach dem Test hatte sie die Gewissheit, dass sie gesund war. |
| das Gezeter | Lautes, anhaltendes Schimpfen und Jammern. | Das Gezeter der Nachbarin war bis auf die Straße zu hören. |
| die Gier | Maßloses, heftiges Verlangen nach etwas, besonders nach Besitz. | Die Gier nach immer mehr Geld trieb ihn in den Ruin. |
| der Gleichmut | Innere Ruhe, mit der man auch Unangenehmes gelassen hinnimmt. | Mit stoischem Gleichmut ertrug er die Beschimpfungen. |
| der Gräuel | Abscheuliche Tat; auch etwas, das man zutiefst verabscheut. | Jede Form von Bürokratie ist ihm ein Gräuel. |
| die Gratifikation | Zusätzliche Geldzahlung als Anerkennung, etwa zu Weihnachten. | Zum Jahresende erhielten alle Mitarbeiter eine großzügige Gratifikation. |
| der Groll | Lange gehegter, unterdrückter Zorn gegen jemanden. | Noch Jahre später hegte sie einen tiefen Groll gegen ihren früheren Chef. |
| die Größenordnung | Ungefähres Ausmaß oder Umfang einer Menge. | Schäden in dieser Größenordnung hatte die Versicherung noch nie bezahlt. |
| der Größenwahn | Krankhafte Überschätzung der eigenen Bedeutung und Fähigkeiten. | Im Größenwahn plante der Unternehmer, den höchsten Turm der Welt zu bauen. |
| die Gunst | Wohlwollen, das ein Mächtiger jemandem entgegenbringt. | Der junge Maler gewann die Gunst des Fürsten. |
| die Häme | Boshafte Freude, mit der man andere verspottet, wenn ihnen etwas misslingt. | Nach seiner Niederlage musste der Politiker viel Häme in den sozialen Medien ertragen. |
| der Hang | Neigung oder Vorliebe für etwas; auch ein schräger Abhang eines Berges. | Schon als Kind hatte sie einen Hang zum Theatralischen. |
| die Harmonie | Zustand, in dem alle Teile gut zusammenpassen und Eintracht herrscht. | Die Familie lebte in vollkommener Harmonie miteinander. |
| die Hartnäckigkeit | Ausdauernde Beharrlichkeit, mit der man ein Ziel trotz Widerständen verfolgt. | Nur durch ihre Hartnäckigkeit bekam sie am Ende doch noch die Stelle. |
| die Häresie | Lehre, die von der offiziellen Glaubenslehre einer Kirche abweicht; Ketzerei. | Im Mittelalter wurde Häresie oft mit dem Tod bestraft. |
| die Heimsuchung | Schweres Unglück oder Leid, das über jemanden hereinbricht. | Die Dürre war eine wahre Heimsuchung für die Bauern der Region. |
| das Heil | Zustand von Glück und Erlösung; auch Rettung aus einer Not. | Viele suchten ihr Heil in der Auswanderung nach Amerika. |
| die Heiterkeit | Fröhliche, gelassene Stimmung; auch lautes Lachen in einer Gruppe. | Seine trockene Bemerkung sorgte im Publikum für große Heiterkeit. |
| der Hochmut | Überhebliches Gefühl, besser zu sein als andere. | Der Volksmund sagt: Hochmut kommt vor dem Fall. |
| die Hörigkeit | Völlige seelische Abhängigkeit von einem anderen Menschen. | Ihre Hörigkeit gegenüber dem Sektenführer erschreckte die Familie. |
| der Hohn | Verächtlicher Spott, mit dem man jemanden bloßstellt. | Seine Vorschläge wurden mit Hohn und Spott quittiert. |
| die Huldigung | Ehrerbietige Verehrung, mit der man jemanden feiert oder würdigt. | Das Konzert war eine Huldigung an den großen Komponisten. |
| die Hybris | Maßlose Selbstüberschätzung, die oft zum Untergang führt. | In der griechischen Tragödie wird der Held für seine Hybris bestraft. |
| die Hysterie | Übertriebene, unkontrollierte Aufregung, oft in einer ganzen Gruppe. | Nach den ersten Gerüchten brach in der Stadt kollektive Hysterie aus. |
| die Idylle | Bild oder Zustand friedlichen, einfachen und harmonischen Lebens. | Das kleine Bergdorf wirkte wie eine ländliche Idylle. |
| die Illusion | Falsche, schöne Vorstellung von etwas, die nicht der Wirklichkeit entspricht. | Er gab sich der Illusion hin, schnell reich zu werden. |
| die Impertinenz | Freche, ungehörige Unverschämtheit. | Die Impertinenz seiner Antwort verschlug dem Lehrer die Sprache. |
| die Indiskretion | Weitergabe von vertraulichen Informationen; Mangel an Verschwiegenheit. | Durch eine Indiskretion gelangten die Pläne an die Presse. |
| die Infamie | Niederträchtige, bösartige Handlung oder Gesinnung. | Die Infamie dieser Verleumdung ist kaum zu überbieten. |
| die Inbrunst | Leidenschaftliche Hingabe und Glut der Gefühle. | Der Chor sang mit großer Inbrunst. |
| der Inbegriff | Vollkommenstes Beispiel für eine Eigenschaft oder Sache. | Für viele ist Paris der Inbegriff der Romantik. |
| die Inkonsequenz | Mangel an Folgerichtigkeit; Handeln, das den eigenen Grundsätzen widerspricht. | Die Inkonsequenz der Eltern verwirrt die Kinder mehr als jede Strenge. |
| die Intrige | Hinterhältiges Ränkespiel, mit dem man jemandem heimlich schaden will. | Der Minister stolperte über eine geschickt eingefädelte Intrige. |
| der Irrglaube | Falsche Überzeugung, die viele Menschen teilen. | Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass man im Schlaf nichts lernen kann. |
| der Irrweg | Falscher Weg; übertragen: falsche Methode, die nicht zum Ziel führt. | Die Forscher erkannten, dass ihre Theorie ein Irrweg gewesen war. |
| der Jammer | Lautes Klagen; auch ein bedauerlicher, trauriger Zustand. | Es ist ein Jammer, dass das schöne alte Haus abgerissen wird. |
| der Jubel | Lautes Ausdrücken großer Freude, meist durch Schreien und Klatschen. | Als das Tor fiel, brach im Stadion grenzenloser Jubel aus. |
| die Kalamität | Peinliche oder schwierige Lage; Missstand. | Der Ausfall der Heizung im Winter war eine echte Kalamität. |
| die Kapriole | Übermütiger Sprung; übertragen: launenhafter, überraschender Einfall. | Das Wetter schlug in diesem April wilde Kapriolen. |
| die Karikatur | Zeichnung, die eine Person oder Sache übertrieben und spöttisch darstellt. | Die Karikatur in der Zeitung zeigte den Kanzler als winzigen Zwerg. |
| die Katharsis | Seelische Reinigung durch das Erleben starker Gefühle, besonders im Theater. | Nach dem langen Streitgespräch empfanden beide eine Art Katharsis. |
| die Kehrtwende | Plötzliche, völlige Änderung einer Meinung oder Politik. | Mit dieser Kehrtwende überraschte die Regierung selbst ihre Anhänger. |
| der Klüngel | Abwertend: Gruppe, die sich gegenseitig Vorteile verschafft; Vetternwirtschaft. | Im Stadtrat herrschte ein undurchsichtiger Klüngel aus alten Freunden. |
| die Koketterie | Spielerisches Bemühen, anderen zu gefallen und Aufmerksamkeit zu erregen. | Mit einer gewissen Koketterie spielte sie mit ihren Haaren. |
| die Kühnheit | Mutige Unerschrockenheit, die auch vor Risiken nicht zurückschreckt. | Die Kühnheit des Plans überraschte alle Experten. |
| die Kurzweil | Angenehmer, unterhaltsamer Zeitvertreib. | Zur Kurzweil der Gäste spielte am Abend eine kleine Band. |
| die Larmoyanz | Weinerliches, übertriebenes Selbstmitleid. | Die Larmoyanz seiner Briefe ging selbst seinen Freunden auf die Nerven. |
| das Laster | Schlechte Gewohnheit oder moralische Schwäche, der man immer wieder nachgibt. | Rauchen ist sein einziges Laster. |
| die Lauterkeit | Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der Absichten. | An der Lauterkeit ihrer Motive zweifelte niemand. |
| die Lethargie | Zustand der Trägheit und Teilnahmslosigkeit. | Nach der Niederlage verfiel die Mannschaft in tiefe Lethargie. |
| die Lästerung | Beleidigende, verächtliche Rede über etwas Heiliges oder über andere. | Seine abfälligen Worte über das Ehrenmal empfanden viele als Lästerung. |
| die Leutseligkeit | Freundliche, wohlwollende Art eines Höhergestellten gegenüber einfachen Leuten. | Die Leutseligkeit des Bürgermeisters machte ihn bei allen beliebt. |
| die Lobhudelei | Übertriebenes, unehrliches Loben, um sich beliebt zu machen. | Die Rede war eine peinliche Lobhudelei auf den Vorstand. |
| die Machenschaft | Meist im Plural: geheime, unlautere Handlung, um ein Ziel zu erreichen. | Der Journalist deckte die Machenschaften der Firma auf. |
| die Mäßigung | Zurückhaltung, durch die man ein gesundes Maß einhält. | Der Arzt riet ihm zu mehr Mäßigung beim Essen und Trinken. |
| die Melancholie | Anhaltende, stille Traurigkeit und Schwermut. | Im Herbst überkommt ihn oft eine leise Melancholie. |
| die Menschenkenntnis | Fähigkeit, andere Personen und ihren Charakter richtig einzuschätzen. | Dank ihrer Menschenkenntnis durchschaute sie den Betrüger sofort. |
| die Metapher | Sprachliches Bild, bei dem ein Wort in übertragener Bedeutung gebraucht wird. | „Das Meer der Zeit“ ist eine poetische Metapher. |
| die Miene | Gesichtsausdruck, der Gefühle oder Gedanken verrät. | Mit ernster Miene verkündete der Arzt die Diagnose. |
| die Missgunst | Neid, mit dem man anderen ihren Erfolg oder ihr Glück nicht gönnt. | Sein Erfolg weckte die Missgunst der Kollegen. |
| die Mittelmäßigkeit | Zustand von etwas, das weder gut noch schlecht, sondern nur durchschnittlich ist. | Der Kritiker warf dem Film fade Mittelmäßigkeit vor. |
| die Muße | Freie Zeit, die man in Ruhe und ohne Pflichten genießen kann. | Im Urlaub fand er endlich die Muße, ein Buch zu lesen. |
| die Mutwilligkeit | Absicht, mit der jemand aus Übermut oder Bosheit Schaden anrichtet. | Die Mutwilligkeit der Zerstörung empörte die Anwohner. |
| der Mythos | Überlieferte Sage von Göttern und Helden; auch eine verklärte Legende. | Um den früh verstorbenen Sänger rankt sich ein Mythos. |
| die Nachsicht | Verständnisvolle Geduld, mit der man Fehler anderer verzeiht. | Bitte haben Sie Nachsicht mit unserem neuen Kollegen. |
| der Nachruf | Würdigender Text oder Rede über einen gerade Verstorbenen. | In der Zeitung erschien ein bewegender Nachruf auf die Schauspielerin. |
| der Narzissmus | Übertriebene Selbstverliebtheit und ständiges Bedürfnis nach Bewunderung. | Sein Narzissmus ließ keinen Platz für die Gefühle anderer. |
| die Nächstenliebe | Uneigennützige Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Menschen. | Aus Nächstenliebe kocht sie jeden Sonntag für Obdachlose. |
| die Niedertracht | Gemeine, verachtenswerte Gesinnung oder Tat. | Mit unglaublicher Niedertracht hatte er seine besten Freunde betrogen. |
| die Nostalgie | Sehnsüchtige Erinnerung an vergangene, scheinbar bessere Zeiten. | Beim Anblick der alten Fotos erfasste ihn Nostalgie. |
| der Obskurantismus | Bestreben, Menschen absichtlich unwissend zu halten und Aufklärung zu verhindern. | Der Philosoph kämpfte sein Leben lang gegen den Obskurantismus. |
| die Obsession | Zwanghafte Vorstellung, von der man nicht loskommt. | Das Sammeln alter Münzen wurde für ihn zur Obsession. |
| die Ödnis | Leere, Langeweile und Trostlosigkeit eines Ortes oder Zustands. | Die Ödnis der Vorstadt trieb die Jugendlichen in die Großstadt. |
| die Opulenz | Üppige, verschwenderische Fülle und Pracht. | Die Opulenz des Festmahls beeindruckte die Gäste. |
| die Orthodoxie | Strenges Festhalten an einer überlieferten Lehre. | Die junge Forscherin stellte die Orthodoxie ihres Fachs in Frage. |
| die Paranoia | Krankhaftes Misstrauen und Gefühl, verfolgt zu werden. | Seine Paranoia ging so weit, dass er niemandem mehr traute. |
| die Parodie | Spöttische Nachahmung eines Werks oder Stils. | Der Film ist eine gelungene Parodie auf alte Agentenfilme. |
| das Pathos | Feierlicher, oft übertriebener Ausdruck großer Gefühle. | Der Redner sprach mit viel Pathos von Ehre und Vaterland. |
| die Pedanterie | Übertriebene Genauigkeit in Kleinigkeiten. | Seine Pedanterie bei der Rechtschreibung trieb die Kollegen zur Verzweiflung. |
| der Pedant | Mensch, der übertrieben genau ist und auf Kleinigkeiten besteht. | Der Buchhalter ist ein Pedant, der jeden Cent zweimal zählt. |
| der Pessimismus | Neigung, immer das Schlimmste zu erwarten. | Trotz ihres Pessimismus ging die Prüfung gut aus. |
| die Pietät | Ehrfürchtige Rücksicht, besonders gegenüber Verstorbenen. | Aus Pietät verzichtete die Presse auf Fotos von der Beerdigung. |
| die Plattitüde | Abgedroschene, nichtssagende Bemerkung. | Statt echter Argumente lieferte er nur eine Plattitüde nach der anderen. |
| die Polemik | Scharfe, oft unsachliche Kritik in einer öffentlichen Auseinandersetzung. | Der Artikel war eher Polemik als sachliche Analyse. |
| die Prahlerei | Ständiges Angeben mit den eigenen Leistungen oder Besitztümern. | Seine Prahlerei mit dem neuen Auto ging allen auf die Nerven. |
| die Prägung | Formung des Charakters durch Erfahrungen; auch das Einprägen eines Musters. | Die katholische Prägung seiner Kindheit merkt man ihm noch heute an. |
| die Prüderie | Übertriebene Schamhaftigkeit, besonders in sexuellen Dingen. | Die Prüderie des 19. Jahrhunderts verbot sogar das Zeigen von Knöcheln. |
| die Prunksucht | Übertriebenes Verlangen, Reichtum und Pracht zur Schau zu stellen. | Die Prunksucht des Königs ruinierte die Staatskasse. |
| der Prunk | Prächtige, verschwenderische Ausstattung, die Reichtum zeigen soll. | Der Palast war mit unvorstellbarem Prunk eingerichtet. |
| der Purismus | Streben nach Reinheit, besonders nach einer Sprache ohne fremde Wörter. | Sprachlicher Purismus wirkt heute oft altmodisch. |
| die Raffgier | Rücksichtsloses Streben, möglichst viel an sich zu bringen. | Die Raffgier der Spekulanten trieb die Mieten in die Höhe. |
| die Raffinesse | Schlauheit und Geschick; auch verfeinerte Eleganz. | Der Einbruch wurde mit großer Raffinesse geplant. |
| der Rausch | Zustand nach zu viel Alkohol; auch überwältigendes Glücksgefühl. | Nach dem Fest musste er erst seinen Rausch ausschlafen. |
| die Redlichkeit | Ehrlichkeit und Anständigkeit im Handeln. | Seine Redlichkeit im Geschäftsleben war weithin bekannt. |
| die Reue | Tiefes Bedauern über etwas Falsches, das man getan hat. | Der Angeklagte zeigte vor Gericht keine Reue. |
| die Rhetorik | Kunst der wirkungsvollen Rede; auch die Art, wie jemand redet. | Mit geschickter Rhetorik lenkte der Politiker von den Fakten ab. |
| die Sanftmut | Milde, geduldige Art, die frei von Zorn und Härte ist. | Mit großer Sanftmut beruhigte die Erzieherin das weinende Kind. |
| der Sarkasmus | Beißender, bitterer Spott, der oft das Gegenteil des Gesagten meint. | „Toll gemacht“, sagte er voller Sarkasmus, als die Vase zerbrach. |
| die Satire | Kunstform, die Missstände durch Übertreibung und Spott kritisiert. | Die Fernsehsendung ist eine bissige Satire auf den Politikbetrieb. |
| die Schadenfreude | Freude über das Unglück oder Missgeschick eines anderen. | Als der Angeber ins Wasser fiel, konnten wir unsere Schadenfreude kaum verbergen. |
| die Schamlosigkeit | Verhalten ohne jedes Gefühl für Anstand und Peinlichkeit. | Mit welcher Schamlosigkeit er öffentlich lügt, ist erstaunlich. |
| die Scheinheiligkeit | Heuchelei; Vortäuschen von Tugend und guten Absichten. | Die Scheinheiligkeit der Konzernchefs, die von Umweltschutz reden, ärgert viele. |
| die Schelte | Heftiger Tadel, scharfe Kritik. | Für den verspäteten Bericht bekam er vom Chef eine gehörige Schelte. |
| die Schicksalsfügung | Ereignis, das wie von einer höheren Macht bestimmt und nicht geplant erscheint. | Dass sie sich im Zug trafen, hielten beide für eine Schicksalsfügung. |
| die Schikane | Absichtliche Gemeinheit, mit der man jemanden ärgert oder quält. | Die ständigen Kontrollen empfanden die Mitarbeiter als reine Schikane. |
| die Schlichtheit | Einfachheit ohne Schmuck und Übertreibung. | Die Schlichtheit der Kirche wirkte auf die Besucher besonders feierlich. |
| die Schmach | Tiefe Demütigung und Schande. | Die Niederlage gegen den Außenseiter war eine Schmach für den Verein. |
| die Schmeichelei | Übertriebenes, unehrliches Lob, mit dem man sich beliebt machen will. | Mit plumper Schmeichelei versuchte er, die Chefin für sich zu gewinnen. |
| die Schwermut | Tiefe, lähmende Traurigkeit. | Nach dem Tod seiner Frau versank der alte Mann in Schwermut. |
| die Schwärmerei | Übertriebene Begeisterung für eine Person oder eine Idee. | Ihre Schwärmerei für den Sänger hielt nicht lange an. |
| die Sehnsucht | Starkes, schmerzliches Verlangen nach jemandem oder etwas Fernem. | Im Ausland hatte sie große Sehnsucht nach ihrer Heimat. |
| die Selbstgefälligkeit | Eitles Gefallen an der eigenen Person und den eigenen Leistungen. | Seine Selbstgefälligkeit machte ihn blind für die eigenen Fehler. |
| die Selbstherrlichkeit | Haltung, bei der man eigenmächtig entscheidet, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen. | Die Selbstherrlichkeit des Direktors führte zu vielen Kündigungen. |
| die Selbstzufriedenheit | Gefühl, mit der eigenen Person und Leistung völlig im Reinen zu sein, ohne Anlass zur Verbesserung zu sehen. | Nach dem Erfolg machte sich in der Firma gefährliche Selbstzufriedenheit breit. |
| die Sinnlichkeit | Empfänglichkeit für Genüsse der Sinne; auch erotische Ausstrahlung. | Die Gemälde des Künstlers sind voller Sinnlichkeit und Farbe. |
| die Skrupellosigkeit | Rücksichtsloses Handeln ohne moralische Bedenken. | Mit beispielloser Skrupellosigkeit verdrängte er seine Konkurrenten. |
| der Skrupel | Moralischer Zweifel, der einen von einer Handlung abhält. | Er hatte keine Skrupel, seinen besten Freund zu belügen. |
| der Spott | Äußerungen, mit denen man sich über jemanden lustig macht. | Der neue Hut brachte ihm nur Spott ein. |
| die Sprachgewalt | Meisterhafte Fähigkeit, mit Worten stark und eindrucksvoll umzugehen. | Die Sprachgewalt dieses Dichters ist bis heute unerreicht. |
| die Starrköpfigkeit | Eigensinnige Weigerung, von der eigenen Meinung abzurücken. | Seine Starrköpfigkeit verhinderte jeden Kompromiss. |
| die Starrheit | Unbeweglichkeit; Unfähigkeit, sich anzupassen oder zu verändern. | Die Starrheit der Regeln ließ keinen Raum für Ausnahmen. |
| die Stringenz | Logische Folgerichtigkeit und Strenge eines Gedankengangs. | Die Argumentation der Doktorarbeit überzeugt durch ihre Stringenz. |
| der Stumpfsinn | Geistlose Eintönigkeit; auch geistige Trägheit. | Nach Jahren am Fließband fürchtete er den Stumpfsinn seiner Arbeit. |
| die Sühne | Wiedergutmachung oder Strafe, durch die man eine Schuld ausgleicht. | Als Sühne für seine Tat arbeitete er ein Jahr im Krankenhaus. |
| die Süffisanz | Selbstgefällige, spöttische Überlegenheit. | Mit unerträglicher Süffisanz wies er auf jeden Fehler hin. |
| die Symbiose | Enges Zusammenleben zum gegenseitigen Nutzen. | Die Pilze und Bäume des Waldes leben in einer Symbiose. |
| die Tatkraft | Energie und Entschlossenheit, Dinge anzupacken und umzusetzen. | Mit ihrer Tatkraft baute sie die Firma aus dem Nichts auf. |
| die Taktlosigkeit | Mangel an Feingefühl im Umgang mit anderen; unpassende Bemerkung. | Seine Frage nach ihrem Alter war eine grobe Taktlosigkeit. |
| der Tiefsinn | Gedankliche Tiefe und Nachdenklichkeit. | Die Gedichte verbinden Humor mit philosophischem Tiefsinn. |
| die Torheit | Dummheit; unvernünftige, unüberlegte Handlung. | Es wäre eine Torheit, das Angebot abzulehnen. |
| die Tragik | Schweres, unabwendbares Leid, das jemanden schuldlos trifft. | Die Tragik seines Lebens bestand darin, nie anerkannt worden zu sein. |
| die Trägheit | Mangel an Bewegung oder Antrieb; Faulheit. | Gegen seine Trägheit am Morgen hilft nur ein starker Kaffee. |
| die Tristesse | Traurige, öde Stimmung; Trostlosigkeit. | Die Tristesse des grauen Novembers schlug ihr aufs Gemüt. |
| der Triumph | Großer Sieg oder Erfolg; auch die Freude darüber. | Die Aufführung wurde zu einem Triumph für den jungen Regisseur. |
| der Trotz | Hartnäckiger Widerstand aus Eigensinn, oft gegen Erwachsene oder Autoritäten. | Aus reinem Trotz weigerte sich das Kind, die Jacke anzuziehen. |
| der Übermut | Ausgelassene Stimmung, in der man leichtsinnig wird. | Im Übermut sprang er mit Kleidern in den See. |
| der Überdruss | Gefühl der Abneigung gegen etwas, von dem man zu viel hatte. | Nach drei Wochen Strand empfand er Überdruss am Nichtstun. |
| die Überheblichkeit | Arrogantes Verhalten von jemandem, der sich über andere stellt. | Mit Überheblichkeit blickte er auf die Anfänger herab. |
| die Umsicht | Besonnene Aufmerksamkeit, bei der man alle Umstände berücksichtigt. | Dank der Umsicht der Feuerwehr wurde niemand verletzt. |
| der Umtrieb | Meist im Plural: geheime, verdächtige Aktivitäten gegen eine Ordnung. | Der Geheimdienst beobachtete die Umtriebe der Verschwörer. |
| die Unbill | Gehoben: Unrecht oder Ungemach, das jemand erleiden muss. | Die Wanderer trotzten der Unbill des Wetters. |
| die Unverfrorenheit | Dreiste Frechheit ohne jede Scham. | Mit Unverfrorenheit verlangte er eine Gehaltserhöhung, obwohl er kaum arbeitete. |
| die Unwägbarkeit | Unsicherheit, die man nicht im Voraus abschätzen kann. | Jede Expedition birgt Unwägbarkeiten, mit denen man rechnen muss. |
| der Unwille | Ärgerliche Unzufriedenheit oder Abneigung, etwas zu tun. | Mit deutlichem Unwille machte er sich an die lästige Arbeit. |
| die Utopie | Vorstellung von einer idealen Gesellschaft, die (noch) nicht verwirklicht werden kann. | Eine Welt ganz ohne Krieg bleibt wohl eine Utopie. |
| die Vehemenz | Große Heftigkeit und Leidenschaft, mit der man etwas vertritt. | Mit Vehemenz verteidigte sie ihren Standpunkt. |
| die Verachtung | Gefühl, dass jemand oder etwas keinerlei Achtung verdient. | Er strafte seine Gegner mit eisiger Verachtung. |
| die Verblendung | Zustand, in dem man die Wirklichkeit nicht mehr klar sehen kann. | In seiner Verblendung hielt er den Betrüger für seinen besten Freund. |
| die Verdrossenheit | Missmutige Unlust und Enttäuschung über etwas. | Die lange Wartezeit führte zu wachsender Verdrossenheit bei den Kunden. |
| die Verehrung | Tiefe Bewunderung und Hochachtung für jemanden. | Die Verehrung der Fans für den Sänger kannte keine Grenzen. |
| die Verfehlung | Verstoß gegen eine Regel oder moralische Pflicht. | Wegen schwerer dienstlicher Verfehlung wurde der Beamte entlassen. |
| die Verfänglichkeit | Eigenschaft einer Frage oder Lage, die einen leicht in Schwierigkeiten bringt. | Die Verfänglichkeit der Frage bemerkte der Zeuge zu spät. |
| die Vergänglichkeit | Tatsache, dass alles irgendwann vergeht und nicht von Dauer ist. | Die welkenden Blumen im Bild symbolisieren die Vergänglichkeit des Lebens. |
| die Verhöhnung | Verspottung, die jemanden oder etwas lächerlich macht und verletzt. | Das milde Urteil empfanden die Opfer als Verhöhnung. |
| die Verklärung | Beschönigende Darstellung, durch die etwas schöner erscheint, als es war. | Die Verklärung der Kindheit ist typisch für das Alter. |
| die Verlockung | Reiz, der dazu verführt, etwas zu tun. | Der Verlockung des frischen Kuchens konnte sie nicht widerstehen. |
| die Vermessenheit | Überhebliche Kühnheit, mit der man sich zu viel anmaßt. | Es war Vermessenheit, ohne Erfahrung den Berg im Winter zu besteigen. |
| die Verschrobenheit | Sonderbare, eigenwillige Art eines Menschen. | Die Verschrobenheit des alten Professors war an der Universität legendär. |
| die Verschwiegenheit | Fähigkeit oder Pflicht, Geheimnisse für sich zu behalten. | Ärzte sind zur Verschwiegenheit über ihre Patienten verpflichtet. |
| die Versenkung | Tiefe Konzentration; auch Verschwinden aus der Öffentlichkeit. | Nach seinem einzigen Hit verschwand der Sänger in der Versenkung. |
| die Verstimmung | Leichte Verärgerung oder schlechte Laune zwischen Menschen. | Die vergessene Einladung führte zu einer Verstimmung zwischen den Freundinnen. |
| die Verwegenheit | Kühner, draufgängerischer Mut, der Gefahren missachtet. | Mit Verwegenheit kletterte der Junge auf das Dach. |
| die Verwerfung | Ablehnung; in der Geologie eine Verschiebung von Gesteinsschichten. | Die Reform führte zu sozialen Verwerfung im ganzen Land. |
| die Verzückung | Zustand höchster Begeisterung und Entrückung. | In Verzückung lauschte das Publikum der Sopranistin. |
| die Voreingenommenheit | Feste Meinung über etwas, die man schon vor jeder Prüfung hat. | Der Richter wurde wegen Voreingenommenheit abgelehnt. |
| die Vorsehung | Göttliche Macht, die die Welt lenkt und den Lauf der Dinge bestimmt. | Er glaubte, die Vorsehung habe ihn vor dem Unglück bewahrt. |
| die Wehmut | Leise Traurigkeit beim Gedanken an Vergangenes. | Mit Wehmut erinnerte sich die alte Dame an ihre Jugend. |
| die Weitsicht | Fähigkeit, zukünftige Entwicklungen vorauszusehen und klug zu planen. | Dank der Weitsicht der Gründer war die Firma gut auf die Krise vorbereitet. |
| die Weltanschauung | Gesamtheit der Überzeugungen, mit denen jemand die Welt deutet. | Ihre Weltanschauung ist stark von der Philosophie des Ostens geprägt. |
| der Weltschmerz | Tiefe Traurigkeit über die Unvollkommenheit der Welt. | Der junge Dichter litt an romantischem Weltschmerz. |
| die Wendigkeit | Fähigkeit, sich schnell und geschickt anzupassen oder zu bewegen. | Die Wendigkeit des kleinen Bootes rettete die Fischer. |
| die Widerspenstigkeit | Störrisches Verhalten, mit dem man sich gegen Anweisungen wehrt. | Die Widerspenstigkeit des Pferdes machte den Reitern zu schaffen. |
| die Willfährigkeit | Übertriebene Bereitschaft, sich den Wünschen anderer zu fügen. | Die Willfährigkeit der Beamten gegenüber dem Diktator ist erschreckend. |
| die Wonne | Großes Glücksgefühl, Entzücken. | Es ist eine wahre Wonne, an einem heißen Tag im See zu schwimmen. |
| die Wortklauberei | Kleinliches Streiten über einzelne Wörter statt über den Inhalt. | Die Debatte verlor sich in juristischer Wortklauberei. |
| der Wucher | Verlangen eines unangemessen hohen Preises oder Zinses. | Zinsen von dreißig Prozent sind reiner Wucher. |
| die Zärtlichkeit | Liebevolle, sanfte Zuneigung, die sich auch in Berührungen zeigt. | Mit großer Zärtlichkeit streichelte sie das Kätzchen. |
| der Zeitgeist | Denkweise und Geschmack, die für eine bestimmte Epoche typisch sind. | Die Mode der Sechzigerjahre spiegelte den Zeitgeist der Befreiung wider. |
| der Zeitgenosse | Person, die zur selben Zeit lebt oder lebte wie jemand anderes. | Mozart war ein Zeitgenosse von Haydn. |
| die Zuflucht | Ort oder Person, bei der man Schutz und Sicherheit findet. | Während des Sturms suchten die Wanderer Zuflucht in einer Hütte. |
| die Zügellosigkeit | Fehlen jeder Selbstbeherrschung und Mäßigung. | Die Zügellosigkeit der Feiernden endete mit einem Polizeieinsatz. |
| der Zwist | Streit und Uneinigkeit, besonders zwischen nahestehenden Personen. | Ein Zwist um das Erbe entzweite die Geschwister. |
| die Weltflucht | Rückzug aus der Gesellschaft und den Problemen des Alltags. | Seine Reisen in die Wüste waren eine Form der Weltflucht. |
| der Zynismus | Haltung, die alle Ideale und Werte verächtlich und spöttisch abtut. | Nach Jahren in der Politik war sein Idealismus einem kalten Zynismus gewichen. |
| der Zyniker | Mensch, der an nichts Gutes glaubt und Werte verspottet. | Als Zyniker hielt er alle guten Taten für reinen Eigennutz. |
| das Abbild | Genaue Wiedergabe oder Spiegelbild von etwas. | Die Tochter ist das Abbild ihrer Mutter. |
| der Abgesang | Abschied von etwas, das zu Ende geht; letzter Ausklang. | Der Film ist ein melancholischer Abgesang auf die alte Zeitungswelt. |
| der Anklang | Ähnlichkeit, die an etwas erinnert; auch Zustimmung und Beifall. | Die neue Idee fand bei den Kollegen großen Anklang. |
| die Anthologie | Sammlung ausgewählter Texte verschiedener Autoren in einem Buch. | Die Anthologie enthält Gedichte aus fünf Jahrhunderten. |
| der Bildungsroman | Roman, der die innere Entwicklung eines jungen Menschen schildert. | „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ gilt als klassischer Bildungsroman. |
| der Briefroman | Roman, dessen Handlung ganz in Form von Briefen erzählt wird. | Goethes „Werther“ ist ein berühmter Briefroman. |
| die Ballade | Längeres Gedicht, das eine dramatische Geschichte erzählt. | In der Schule lernten wir Schillers Ballade „Die Bürgschaft“ auswendig. |
| die Elegie | Klagendes, trauriges Gedicht, oft über Verlust und Vergänglichkeit. | Rilke schrieb eine berühmte Elegie auf dem Schloss Duino. |
| das Epos | Lange Dichtung, die von Helden und großen Taten erzählt. | Die „Odyssee“ ist ein antikes Epos von Homer. |
| die Fabel | Kurze lehrhafte Erzählung, in der Tiere wie Menschen handeln. | In der Fabel überlistet der Fuchs den eitlen Raben. |
| die Groteske | Werk, das das Komische mit dem Grausigen verzerrt verbindet. | Die Theateraufführung war eine düstere Groteske über die Bürokratie. |
| die Hymne | Feierliches Lied zum Lob von etwas; auch das Lied einer Nation. | Vor dem Spiel sangen die Fans die Hymne. |
| der Kanon | Liste der Werke, die als grundlegend gelten; auch ein Lied mit versetzten Stimmen. | Dieses Buch gehört zum Kanon der Weltliteratur. |
| die Komposition | Musikstück; auch der planvolle Aufbau eines Kunstwerks. | Die Komposition des Gemäldes führt den Blick zur Mitte. |
| die Lyrik | Dichtung in Versen, die Gefühle und Stimmungen ausdrückt. | Sie liest am liebsten Lyrik der Romantik. |
| der Lyriker | Dichter, der vor allem Gedichte schreibt. | Der junge Lyriker veröffentlichte seinen ersten Gedichtband. |
| das Manuskript | Handschriftlicher oder getippter Text eines Werks vor dem Druck. | Der Autor schickte das Manuskript an drei Verlage. |
| der Monolog | Längere Rede einer einzelnen Person ohne Gesprächspartner. | Hamlets Monolog „Sein oder Nichtsein“ ist weltberühmt. |
| die Ode | Feierliches, erhabenes Gedicht. | Schillers Ode „An die Freude“ wurde von Beethoven vertont. |
| die Prosa | Ungebundene Sprache, die nicht in Versen oder Reimen geschrieben ist. | Neben Gedichten schrieb er auch Prosa. |
| der Reim | Gleichklang von Wörtern am Ende von Versen. | „Herz“ und „Schmerz“ bilden einen abgegriffenen Reim. |
| das Sonett | Gedicht aus vierzehn Zeilen mit festem Aufbau. | Petrarca und Shakespeare machten das Sonett in ganz Europa berühmt. |
| die Strophe | Abschnitt eines Gedichts oder Liedes aus mehreren Versen. | Wir singen nur die erste Strophe des Liedes. |
| der Vers | Zeile eines Gedichts mit bestimmtem Rhythmus. | Jeder Vers dieses Gedichts hat genau zehn Silben. |
| die Verfremdung | Künstlerisches Mittel, das Vertrautes ungewohnt erscheinen lässt. | Brecht nutzte die Verfremdung, damit das Publikum kritisch nachdenkt. |
| das Vorwort | Einleitender Text am Anfang eines Buches. | Im Vorwort erklärt die Autorin, wie das Buch entstanden ist. |
| das Nachwort | Text am Ende eines Buches mit Erläuterungen oder Gedanken des Autors. | Im Nachwort dankt der Übersetzer seinen Helfern. |
| die Widmung | Worte, mit denen ein Werk einer bestimmten Person zugeeignet wird. | Auf der ersten Seite stand eine persönliche Widmung für seine Mutter. |
| der Zyklus | Kreislauf; auch eine Reihe zusammengehöriger Kunstwerke. | Schuberts Zyklus „Winterreise“ besteht aus 24 Liedern. |
| die Avantgarde | Vorkämpfer einer neuen Richtung, besonders in der Kunst. | Die Künstlerin gehörte zur Avantgarde der abstrakten Malerei. |
| der Expressionismus | Kunstrichtung des frühen 20. Jahrhunderts, die innere Gefühle stark ausdrückt. | Die grellen Farben sind typisch für den Expressionismus. |
| die Romantik | Kulturepoche um 1800, die Gefühl, Natur und Fantasie betonte. | Caspar David Friedrich ist ein bedeutender Maler der Romantik. |
| der Realismus | Kunstrichtung, die die Wirklichkeit möglichst genau darstellen will. | Fontanes Romane gehören zum poetischen Realismus. |
| das Bühnenbild | Gestaltung der Bühne für eine Theateraufführung. | Das Bühnenbild zeigte einen düsteren Wald aus Stahl. |
| der Feuilletonist | Journalist, der für den Kulturteil einer Zeitung schreibt. | Der Feuilletonist verriss das neue Theaterstück. |
| der Kolumnist | Journalist, der regelmäßig eine eigene Meinungsspalte schreibt. | Der Kolumnist schreibt jeden Samstag über das Leben in der Großstadt. |
| der Rezensent | Person, die Bücher, Filme oder Aufführungen bespricht und bewertet. | Der Rezensent lobte vor allem die Sprache des Romans. |
| der Verleger | Person, die Bücher oder Zeitungen herausgibt und vertreibt. | Der Verleger war von dem Manuskript sofort begeistert. |
| das Lektorat | Abteilung eines Verlags, die Manuskripte prüft und bearbeitet. | Das Lektorat schlug vor, das zweite Kapitel zu kürzen. |
| die Belletristik | Unterhaltende und erzählende Literatur, im Gegensatz zu Sachbüchern. | In der Buchhandlung steht die Belletristik im Erdgeschoss. |
| das Sachbuch | Buch, das Wissen über ein bestimmtes Thema allgemein verständlich vermittelt. | Sie schrieb ein Sachbuch über die Geschichte des Kaffees. |
| die Erstausgabe | Erste veröffentlichte Auflage eines Buches. | Die Erstausgabe des Romans ist heute ein Vermögen wert. |
| die Übertragung | Übersetzung eines Textes; auch die Sendung im Radio oder Fernsehen. | Die neue Übertragung ins Deutsche gilt als besonders gelungen. |
| die Mundart | Regionale Sprachform; Dialekt. | Der Großvater spricht noch die alte Mundart seines Tals. |
| der Neologismus | Neu gebildetes Wort oder neue Bedeutung eines Wortes. | „Googeln“ war vor zwanzig Jahren ein Neologismus. |
| die Wortschöpfung | Neu erfundenes Wort. | „Weltschmerz“ ist eine berühmte Wortschöpfung von Jean Paul. |
| der Anglizismus | Aus dem Englischen übernommenes Wort in einer anderen Sprache. | „Meeting“ ist ein häufiger Anglizismus im Büroalltag. |
| das Lehnwort | Wort aus einer fremden Sprache, das sich in Aussprache und Schreibung angepasst hat. | „Fenster“ ist ein altes Lehnwort aus dem Lateinischen. |
| die Etymologie | Wissenschaft von der Herkunft und Geschichte der Wörter. | Die Etymologie des Wortes „Kaffee“ führt bis ins Arabische. |
| die Semantik | Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen. | In der Semantik untersucht man, wie Wörter ihre Bedeutung ändern. |
| die Syntax | Lehre vom Satzbau; auch die Regeln, nach denen Sätze gebildet werden. | Die deutsche Syntax mit dem Verb am Ende bereitet Lernenden Mühe. |
| der Konjunktiv | Verbform, mit der man Wünsche, Möglichkeiten oder indirekte Rede ausdrückt. | „Wenn ich Zeit hätte“ steht im Konjunktiv. |
| die Konnotation | Zusätzliche, meist gefühlsmäßige Bedeutung, die ein Wort mitschwingen lässt. | Das Wort „Heimat“ hat für viele eine warme Konnotation. |
| das Oxymoron | Verbindung zweier Begriffe, die sich widersprechen, wie „bittersüß“. | „Alter Knabe“ ist ein bekanntes Oxymoron. |
| die Alliteration | Stilmittel, bei dem mehrere Wörter mit demselben Laut beginnen. | „Milch macht müde Männer munter“ ist eine Alliteration. |
| die Hyperbel | Starke Übertreibung als Stilmittel. | „Ich habe dir das schon tausendmal gesagt“ ist eine typische Hyperbel. |
| die Ellipse | Weglassen von Satzteilen, die man sich leicht dazudenken kann; auch eine ovale Form. | „Ende gut, alles gut“ ist eine Ellipse. |
| der Pleonasmus | Überflüssige Häufung gleichbedeutender Ausdrücke, wie „weißer Schimmel“. | „Runde Kugel“ ist ein klassischer Pleonasmus. |
| die Tautologie | Aussage, die dasselbe zweimal mit anderen Worten sagt. | „Ein Kind ist ein Kind“ ist eine Tautologie. |
| die Paraphrase | Wiedergabe eines Textes mit eigenen Worten. | Statt das Zitat zu wiederholen, gab er eine kurze Paraphrase. |
| der Syllogismus | Logischer Schluss aus zwei Voraussetzungen auf eine Folgerung. | „Alle Menschen sind sterblich, Sokrates ist ein Mensch“ ist der Anfang eines bekannten Syllogismus. |
| die Axiomatik | System grundlegender Sätze, auf dem eine Theorie aufbaut. | Die Axiomatik der Geometrie geht auf Euklid zurück. |
| das Axiom | Grundsatz, der ohne Beweis als wahr angenommen wird. | Dass jeder Mensch Würde besitzt, ist für sie ein Axiom. |
| die Dialektik | Denkmethode, die durch Gegensätze zur Erkenntnis gelangt. | Hegels Dialektik beeinflusste viele spätere Philosophen. |
| die Erkenntnistheorie | Teil der Philosophie, der fragt, wie und was wir wissen können. | Kants „Kritik der reinen Vernunft“ ist ein Hauptwerk der Erkenntnistheorie. |
| die Metaphysik | Teil der Philosophie, der sich mit den letzten Gründen des Seins beschäftigt. | Fragen nach Gott und Seele gehören zur Metaphysik. |
| die Ontologie | Lehre vom Sein und von den Grundstrukturen der Wirklichkeit. | Die Ontologie fragt, was es überhaupt gibt. |
| die Phänomenologie | Philosophische Richtung, die die Dinge so beschreibt, wie sie dem Bewusstsein erscheinen. | Edmund Husserl gilt als Begründer der Phänomenologie. |
| der Positivismus | Philosophische Haltung, die nur das sinnlich Erfahrbare als Erkenntnis anerkennt. | Der Positivismus lehnt Spekulationen über das Unbeobachtbare ab. |
| der Relativismus | Auffassung, dass es keine absolute Wahrheit gibt und alles vom Standpunkt abhängt. | Kritiker werfen ihm moralischen Relativismus vor. |
| der Determinismus | Lehre, dass alles Geschehen durch Ursachen vorherbestimmt ist. | Wenn der Determinismus stimmt, gibt es dann noch freie Entscheidungen? |
| der Nihilismus | Haltung, die alle Werte, Normen und Sinn verneint. | Nietzsche warnte vor dem Nihilismus der Moderne. |
| der Existenzialismus | Philosophie, die den Menschen als frei und für sein Leben selbst verantwortlich sieht. | Sartre und Camus prägten den französischen Existenzialismus. |
| der Hedonismus | Lebenshaltung, die Genuss und Vergnügen zum höchsten Ziel macht. | Sein Hedonismus ließ ihn jedes Fest bis zum Morgen feiern. |
| der Idealismus | Streben nach hohen Zielen; auch Philosophie, die den Geist über die Materie stellt. | Mit jugendlichem Idealismus wollte sie die Welt verbessern. |
| der Materialismus | Haltung, die vor allem nach Besitz strebt; auch Lehre, nach der alles nur aus Stoff besteht. | Der Materialismus der Konsumgesellschaft wird oft kritisiert. |
| der Rationalismus | Philosophische Richtung, die die Vernunft als Quelle der Erkenntnis sieht. | Descartes gilt als Vater des modernen Rationalismus. |
| der Empirismus | Lehre, dass alles Wissen aus der Erfahrung stammt. | John Locke ist ein Hauptvertreter des englischen Empirismus. |
| die Scholastik | Philosophie und Theologie des Mittelalters, die Glauben und Vernunft verbinden wollte. | Thomas von Aquin ist der bedeutendste Denker der Scholastik. |
| die Teleologie | Lehre, dass alles Geschehen auf ein Ziel oder einen Zweck ausgerichtet ist. | Die Teleologie des Aristoteles sieht in allem einen Zweck. |
| die Kausalität | Zusammenhang von Ursache und Wirkung. | Zwischen den beiden Ereignissen besteht keine Kausalität, nur ein zeitlicher Zusammenhang. |
| die Kontingenz | Möglichkeit, dass etwas auch anders sein könnte; Zufälligkeit. | Die Kontingenz menschlicher Existenz beschäftigt viele Philosophen. |
| die Immanenz | Das Verbleiben innerhalb der Grenzen der Erfahrung oder eines Systems. | Er sucht den Sinn des Lebens in der Immanenz und nicht im Jenseits. |
| die Transzendenz | Das Überschreiten der Grenzen der Erfahrung; das Jenseitige. | Religionen versprechen eine Transzendenz jenseits der sichtbaren Welt. |
| das Paradigma | Grundlegendes Denkmuster oder Modell einer Wissenschaft oder Zeit. | Das neue Paradigma der Physik veränderte unser Weltbild. |
| der Paradigmenwechsel | Grundlegender Wandel der vorherrschenden Denkweise. | Die Digitalisierung bedeutet einen Paradigmenwechsel für die Arbeitswelt. |
| die Hermeneutik | Kunst und Theorie des Verstehens und Auslegens von Texten. | Die Hermeneutik fragt, wie wir Texte aus fernen Zeiten verstehen können. |
| die Deutungshoheit | Macht, die gültige Auslegung eines Ereignisses oder Themas zu bestimmen. | Die Parteien kämpften um die Deutungshoheit über das Wahlergebnis. |
| die Gesinnungsethik | Ethik, die eine Handlung nach der guten Absicht beurteilt, nicht nach den Folgen. | Max Weber stellte der Verantwortungsethik die Gesinnungsethik gegenüber. |
| die Verantwortungsethik | Ethik, die eine Handlung nach ihren vorhersehbaren Folgen beurteilt. | Ein Politiker muss nach Max Weber vor allem der Verantwortungsethik folgen. |
| die Willensfreiheit | Fähigkeit des Menschen, sich frei für oder gegen etwas zu entscheiden. | Hirnforscher stellen die Willensfreiheit des Menschen in Frage. |
| abkanzeln | Jemanden grob und von oben herab zurechtweisen. | Vor versammelter Mannschaft wurde der Praktikant vom Chef abgekanzelt. |
| abringen | Etwas mit großer Mühe von jemandem oder von sich selbst erreichen. | Erst nach langen Verhandlungen hatte sie ihm ein Zugeständnis abgerungen. |
| abstrahieren | Vom Einzelfall absehen und das Allgemeine herausarbeiten. | Kinder lernen erst mit der Zeit, aus konkreten Beispielen zu abstrahieren. |
| abtun | Etwas als unwichtig behandeln und ohne Prüfung beiseiteschieben. | Er tat die Warnungen der Experten als Panikmache ab. |
| frotzeln | Jemanden gutmütig necken und mit spöttischen Bemerkungen aufziehen. | Die Kollegen frotzelten über seinen neuen, viel zu bunten Pullover. |
| sich anbiedern | Sich auf unterwürfige, aufdringliche Weise bei jemandem beliebt machen wollen. | Er versucht ständig, sich beim neuen Abteilungsleiter anzubiedern. |
| anheimfallen | Gehoben: in den Besitz oder die Gewalt von etwas geraten. | Das alte Schloss ist längst dem Verfall anheimgefallen. |
| anmuten | Gehoben: auf jemanden in einer bestimmten Weise wirken. | Die Geschichte mutet heute fast wie ein Märchen an. |
| ansinnen | Veraltet: von jemandem etwas Unzumutbares verlangen. | Wie kann man einem alten Mann ansinnen, die Reise allein zu machen? |
| aufbauschen | Etwas übertrieben darstellen und wichtiger machen, als es ist. | Die Presse hat den kleinen Zwischenfall maßlos aufgebauscht. |
| aufoktroyieren | Jemandem etwas gegen seinen Willen aufzwingen. | Die neuen Regeln wurden den Mitarbeitern von oben aufoktroyiert. |
| aufwiegeln | Menschen gegen jemanden aufhetzen und zum Widerstand anstacheln. | Der Agitator versuchte, die Arbeiter gegen die Firmenleitung aufzuwiegeln. |
| ausmerzen | Etwas Unerwünschtes vollständig beseitigen. | Alle Fehler im Text wurden vor dem Druck sorgfältig ausgemerzt. |
| ausschlachten | Etwas rücksichtslos für die eigenen Zwecke ausnutzen; auch Teile aus einem Gerät ausbauen. | Die Boulevardpresse hat den Skandal tagelang ausgeschlachtet. |
| bannen | Eine Gefahr abwenden; auch jemanden fesseln und in seinen Bann ziehen. | Die Kinder lauschten gebannt der Geschichte des Großvaters. |
| beargwöhnen | Jemanden oder etwas misstrauisch betrachten und Böses vermuten. | Die Dorfbewohner beargwöhnten den Fremden von Anfang an. |
| beäugen | Jemanden neugierig oder misstrauisch genau ansehen. | Die Katze beäugte den neuen Hund aus sicherer Entfernung. |
| bedrängen | Jemanden hartnäckig unter Druck setzen oder ihm zu nahe kommen. | Die Reporter bedrängten den Schauspieler mit Fragen. |
| befehden | Gehoben: jemanden heftig bekämpfen und mit ihm im Streit liegen. | Die beiden Kritiker befehdeten sich jahrzehntelang in ihren Artikeln. |
| beflügeln | Jemandem Schwung geben und ihn anspornen. | Der Applaus beflügelte die junge Sängerin. |
| begehren | Gehoben: etwas oder jemanden heftig wünschen und haben wollen. | Er begehrte die Tochter des Königs zur Frau. |
| begütigen | Jemanden mit freundlichen Worten beruhigen und besänftigen. | Die Großmutter versuchte, die streitenden Brüder zu begütigen. |
| behelligen | Jemanden mit etwas Lästigem stören oder belästigen. | Ich möchte Sie nicht länger mit meinen Problemen behelligen. |
| beirren | Jemanden unsicher machen, sodass er an seinem Weg zweifelt. | Trotz aller Kritik ließ sie sich nicht beirren. |
| beklagen | Über etwas klagen; auch den Tod eines Menschen betrauern. | Die Bürger beklagten den Lärm der neuen Autobahn. |
| beknien | Jemanden inständig und lange um etwas bitten. | Das Kind bekniete seine Eltern, endlich einen Hund zu kaufen. |
| belächeln | Über jemanden oder etwas überlegen lächeln und es nicht ernst nehmen. | Seine Erfindung wurde anfangs von allen belächelt. |
| beleuchten | Ein Thema von verschiedenen Seiten genau untersuchen und darstellen. | In dem Vortrag wurden alle Aspekte des Problems beleuchtet. |
| belustigen | Jemanden erheitern und zum Lachen bringen. | Der Clown belustigte die Kinder mit seinen Kunststücken. |
| bemänteln | Etwas Unangenehmes verhüllen und beschönigen. | Er versuchte vergeblich, seinen Fehler mit Ausreden zu bemänteln. |
| bemitleiden | Mit jemandem Mitleid haben und es ihm zeigen. | Sie hasst es, von anderen bemitleidet zu werden. |
| berauschen | In einen Zustand großer Begeisterung oder Trunkenheit versetzen. | Die Zuschauer berauschten sich an der Musik. |
| bereinigen | Einen Streit oder Fehler in Ordnung bringen und beseitigen. | Das Missverständnis zwischen den Nachbarn wurde schnell bereinigt. |
| beschönigen | Etwas Schlechtes besser darstellen, als es in Wirklichkeit ist. | Der Bericht versucht, die schlechten Zahlen zu beschönigen. |
| beschwören | Jemanden eindringlich bitten; auch Geister durch Zauber herbeirufen. | Sie beschwor ihn, nicht in den Sturm hinauszufahren. |
| besänftigen | Jemanden beruhigen und seinen Zorn mildern. | Mit einem Blumenstrauß wollte er seine verärgerte Frau besänftigen. |
| bespitzeln | Jemanden heimlich beobachten und überwachen. | In der Diktatur wurden viele Bürger von Nachbarn bespitzelt. |
| bestürzen | Jemanden tief erschrecken und betroffen machen. | Die Nachricht vom Unfall bestürzte die ganze Schule. |
| betören | Jemanden durch Reize verzaubern und für sich gewinnen. | Mit ihrer Stimme betörte die Sängerin das Publikum. |
| bezichtigen | Jemandem eine Schuld oder ein Vergehen vorwerfen. | Die Nachbarin bezichtigte ihn des Diebstahls. |
| brandmarken | Jemanden öffentlich bloßstellen und als schlecht verurteilen. | Nach dem Skandal war er als Lügner gebrandmarkt. |
| brüskieren | Jemanden durch schroffes Verhalten vor den Kopf stoßen. | Der Gast brüskierte die Gastgeber, indem er das Essen ablehnte. |
| buhlen | Sich eifrig um jemandes Gunst oder Aufmerksamkeit bemühen. | Die Parteien buhlten um die Stimmen der jungen Wähler. |
| darben | Gehoben: Not leiden und hungern. | Im Krieg darbten viele Familien in den Städten. |
| degradieren | Jemanden auf einen niedrigeren Rang setzen; auch herabwürdigen. | Der Offizier wurde nach dem Vorfall zum einfachen Soldaten degradiert. |
| demütigen | Jemanden erniedrigen und in seinem Stolz verletzen. | Der Lehrer demütigte den Schüler vor der ganzen Klasse. |
| denunzieren | Jemanden aus niedrigen Gründen bei einer Behörde anzeigen. | Ein Nachbar denunzierte die Familie bei der Geheimpolizei. |
| diffamieren | Jemandes guten Ruf durch üble Behauptungen schädigen. | Die Wissenschaftlerin wurde im Internet systematisch diffamiert. |
| drangsalieren | Jemanden quälen und ihm ständig zusetzen. | Die älteren Schüler drangsalierten die Neuen auf dem Pausenhof. |
| verwünschen | Jemanden oder etwas verfluchen; auch verzaubern. | Er verwünschte den Tag, an dem er den Vertrag unterschrieben hatte. |
| sich echauffieren | Sich übertrieben aufregen und erhitzen. | Der Gast hat sich lautstark über die kalte Suppe echauffiert. |
| einflößen | Jemandem ein Gefühl wecken; auch eine Flüssigkeit in den Mund geben. | Der riesige Hund flößte den Kindern Angst ein. |
| einheimsen | Etwas, oft Lob oder Gewinn, für sich einsammeln. | Für ihren Film hat sie zahlreiche Preise eingeheimst. |
| einlullen | Jemanden durch beruhigende Worte sorglos und unaufmerksam machen. | Von den Versprechungen eingelullt, unterschrieben die Kunden den Vertrag. |
| einverleiben | Etwas in den eigenen Besitz bringen; sich etwas aneignen. | Der Konzern hat sich die kleine Firma einverleibt. |
| ekeln | Abscheu und Widerwillen hervorrufen. | Es ekelt mich vor dem schmutzigen Geschirr. |
| entbinden | Jemanden von einer Pflicht befreien; auch ein Kind zur Welt bringen. | Der Minister wurde von seinen Aufgaben entbunden. |
| entfachen | Ein Feuer anzünden; übertragen: einen Streit oder ein Gefühl auslösen. | Ihre Bemerkung entfachte eine hitzige Debatte. |
| entgleisen | Aus den Schienen springen; übertragen: sich ungehörig benehmen. | Der Güterzug entgleiste kurz vor dem Bahnhof. |
| entheben | Jemanden aus seinem Amt entfernen oder von einer Pflicht befreien. | Der korrupte Richter wurde seines Amtes enthoben. |
| entrinnen | Einer Gefahr knapp entkommen. | Die Bergsteiger sind dem Unwetter nur knapp entronnen. |
| entsagen | Gehoben: freiwillig auf etwas verzichten. | Für das Kloster entsagte sie allen weltlichen Freuden. |
| entweihen | Etwas Heiliges entehren und missachten. | Die Grabstätte wurde von Vandalen entweiht. |
| entzweien | Menschen miteinander verfeinden. | Der Streit um das Erbe hat die Geschwister entzweit. |
| sich verschanzen | Sich hinter etwas verstecken oder abschotten, um sich zu schützen. | Der Minister hat sich hinter juristischen Floskeln verschanzt. |
| sich erbarmen | Aus Mitleid jemandem helfen. | Schließlich erbarmte sich ein Passant und half der alten Frau. |
| erbeuten | Etwas durch Raub oder Kampf an sich bringen. | Die Bankräuber erbeuteten fast eine Million Euro. |
| erblassen | Blass werden; übertragen: an Bedeutung verlieren. | Als sie die Rechnung sah, erblasste sie. |
| feixen | Schadenfroh oder spöttisch grinsen. | Die Schüler feixten, als der Lehrer über die Tasche stolperte. |
| sich erdreisten | Die Frechheit besitzen, etwas Unverschämtes zu tun. | Er erdreistete sich, mein Tagebuch zu lesen. |
| palavern | Lange und ausführlich über Unwichtiges reden. | Stundenlang palaverten die Männer am Stammtisch über Fußball. |
| sich ereifern | Sich in einer Diskussion stark erregen und leidenschaftlich werden. | Der Onkel ereiferte sich beim Essen über die Politik. |
| erlöschen | Allmählich aufhören zu brennen oder zu leuchten; auch enden. | Gegen Mitternacht erlosch das Feuer im Kamin. |
| ermahnen | Jemanden eindringlich auf seine Pflichten hinweisen. | Die Lehrerin ermahnte die Kinder, leise zu sein. |
| ersinnen | Sich etwas Neues ausdenken. | Der Schriftsteller ersann eine fantastische Welt voller Drachen. |
| sich verzetteln | Sich mit zu vielen Dingen gleichzeitig beschäftigen und dabei das Wesentliche aus dem Blick verlieren. | Bei der Prüfungsvorbereitung hat er sich völlig verzettelt. |
| sich erwehren | Sich gegen etwas wehren; auch etwas unterdrücken können. | Sie konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. |
| erzürnen | Jemanden sehr zornig machen. | Die Entscheidung des Schiedsrichters erzürnte die Fans. |
| feilschen | Hartnäckig um den Preis verhandeln. | Auf dem Basar feilschten wir lange um einen Teppich. |
| fabulieren | Fantasievoll erzählen und dabei Erfundenes einfließen lassen. | Der Großvater fabulierte gern von seinen Abenteuern auf See. |
| faseln | Umgangssprachlich: dummes, wirres Zeug reden. | Was faselst du da von Außerirdischen? |
| flanieren | Gemütlich und ohne Ziel spazieren gehen, um zu sehen und gesehen zu werden. | Am Sonntag flanieren die Pariser gern an der Seine. |
| frohlocken | Gehoben: über etwas jubeln, oft schadenfroh. | Die Gegner frohlockten, als der Plan scheiterte. |
| frönen | Einer Leidenschaft oder Gewohnheit hingeben. | Im Ruhestand frönt er ganz seiner Liebe zum Angeln. |
| sich gebärden | Sich auf eine bestimmte, auffällige Weise benehmen. | Er gebärdete sich wie ein Wahnsinniger, als er die Nachricht hörte. |
| geißeln | Etwas scharf kritisieren und anprangern. | Die Ministerin geißelte in ihrer Rede die Verschwendung von Lebensmitteln. |
| gereichen | Gehoben: jemandem zu etwas werden, etwa zur Ehre oder zum Nachteil. | Diese Entscheidung gereicht Ihnen zur Ehre. |
| glorifizieren | Etwas oder jemanden verherrlichen und übertrieben positiv darstellen. | In dem Film wird der Krieg glorifiziert. |
| goutieren | Gehoben: Gefallen an etwas finden und es gutheißen. | Ihren Humor hat nicht jeder goutiert. |
| grollen | Jemandem dauerhaft böse sein; auch dumpf donnern. | Sie grollte ihm noch lange wegen des vergessenen Geburtstags. |
| harren | Gehoben: geduldig auf etwas warten. | Die Fans harrten voller Ungeduld der Ankunft ihres Idols. |
| hätscheln | Jemanden übertrieben verwöhnen und liebkosen. | Sie hätschelt ihren kleinen Hund wie ein Baby. |
| hausieren | Waren von Haus zu Haus verkaufen; übertragen: mit etwas überall prahlen. | Er geht mit seinen Erfolgen gern hausieren. |
| heucheln | Gefühle oder Meinungen vortäuschen, die man nicht hat. | Sie heuchelte Interesse, obwohl sie sich langweilte. |
| hintertreiben | Ein Vorhaben heimlich zu verhindern suchen. | Ein eifersüchtiger Kollege hintertrieb ihre Beförderung mit allen Mitteln. |
| huldigen | Jemanden feierlich verehren; auch einer Sache leidenschaftlich anhängen. | Das Volk huldigte dem neuen König. |
| idealisieren | Etwas schöner und vollkommener darstellen, als es ist. | In ihren Erinnerungen hat sie ihre Kindheit stark idealisiert. |
| ironisieren | Etwas mit feinem Spott darstellen. | In seinem Roman werden die Eitelkeiten des Kulturbetriebs ironisiert. |
| kokettieren | Mit etwas spielen, um Eindruck zu machen; auch flirten. | Sie kokettiert gern mit ihrem Alter, obwohl sie jung aussieht. |
| kolportieren | Gerüchte oder unbestätigte Nachrichten weiterverbreiten. | In der Presse wird kolportiert, der Trainer stehe vor dem Rücktritt. |
| kompromittieren | Jemanden bloßstellen und seinem Ansehen schaden. | Die veröffentlichten Fotos haben den Senator schwer kompromittiert. |
| konterkarieren | Ein Vorhaben durch gegenteiliges Handeln durchkreuzen. | Die Steuersenkung konterkariert alle Bemühungen, Schulden abzubauen. |
| kredenzen | Gehoben: Speisen oder Getränke feierlich anbieten. | Der Gastgeber kredenzte uns einen edlen Wein aus seinem Keller. |
| kuschen | Sich ängstlich fügen und keinen Widerstand leisten. | Vor dem strengen Chef kuschen alle Angestellten. |
| lamentieren | Laut und ausdauernd jammern und klagen. | Den ganzen Abend lamentierte er über seinen undankbaren Job. |
| lauern | Versteckt auf jemanden oder eine Gelegenheit warten, um zuzuschlagen. | Die Katze lauerte stundenlang vor dem Mauseloch. |
| lechzen | Heftig nach etwas verlangen, besonders nach Wasser. | Nach dem langen Marsch lechzten die Soldaten nach Wasser. |
| lobpreisen | Gehoben: jemanden oder etwas überschwänglich rühmen. | Die Kritiker lobpreisten die junge Pianistin als Jahrhunderttalent. |
| lodern | Mit großen, hellen Flammen brennen. | Im Kamin loderten die Flammen hoch auf. |
| sticheln | Mit spitzen Bemerkungen andere ärgern und reizen. | Den ganzen Abend stichelte sie gegen ihre Schwägerin. |
| sich mokieren | Sich abfällig und spöttisch über etwas äußern. | Der Kritiker mokierte sich über die schlechte Aussprache der Schauspieler. |
| moralisieren | Belehrend über richtiges Verhalten reden und andere bewerten. | Ich möchte nicht moralisieren, aber dein Verhalten war unfair. |
| munkeln | Heimlich Gerüchte weitererzählen. | Man munkelt, dass die beiden heimlich geheiratet haben. |
| mutmaßen | Etwas vermuten, ohne es genau zu wissen. | Die Journalisten mutmaßten über die Gründe seines Rücktritts. |
| nachsinnen | Gehoben: lange und gründlich über etwas nachdenken. | Lange hat er über ihre rätselhaften Worte nachgesonnen. |
| nörgeln | Ständig kleinlich an allem etwas auszusetzen haben. | Er nörgelt am Essen, am Wetter und an seinen Kollegen. |
| obliegen | Gehoben: jemandes Pflicht oder Aufgabe sein. | Die Aufsicht über die Kinder obliegt dem Lehrer. |
| obsiegen | Gehoben: in einem Streit oder Kampf gewinnen. | Vor Gericht obsiegte am Ende der Kläger. |
| parieren | Einen Angriff abwehren; auch widerspruchslos gehorchen. | Geschickt parierte der Fechter jeden Stoß. |
| perpetuieren | Etwas, oft Unerwünschtes, immer weiter fortsetzen und dauerhaft machen. | Durch solche Witze werden alte Vorurteile perpetuiert. |
| persiflieren | Etwas spöttisch und übertrieben nachahmen. | In der Sendung wird der Politiker jede Woche persifliert. |
| pervertieren | Etwas Gutes ins Gegenteil verkehren und verderben. | Die ursprünglich edle Idee wurde von den Machthabern pervertiert. |
| philosophieren | Über grundlegende Fragen des Lebens nachdenken und reden. | Nach dem dritten Glas Wein begannen sie, über den Sinn des Lebens zu philosophieren. |
| plagiieren | Geistiges Eigentum anderer als eigenes ausgeben. | Der Minister hatte große Teile seiner Doktorarbeit plagiiert. |
| polemisieren | Scharf und unsachlich gegen jemanden oder etwas argumentieren. | In seinem Artikel polemisierte er gegen die Reform. |
| prahlen | Mit seinen Leistungen oder seinem Besitz angeben. | Er prahlt ständig mit seinem teuren Auto. |
| preisen | Gehoben: jemanden oder etwas laut loben und rühmen. | Der Kritiker pries das Buch als Meisterwerk. |
| räsonieren | Gehoben: ausführlich und oft nörgelnd über etwas reden. | Beim Frühstück räsonierte der Großvater über die Jugend von heute. |
| rekapitulieren | Etwas zusammenfassend wiederholen. | Lassen Sie uns zum Schluss die wichtigsten Punkte noch einmal rekapitulieren. |
| reflektieren | Über etwas gründlich nachdenken; auch Licht zurückwerfen. | Nach dem Praktikum sollen die Studierenden ihre Erfahrungen schriftlich reflektieren. |
| rehabilitieren | Jemandes guten Ruf oder seine Rechte wiederherstellen. | Nach zwanzig Jahren wurde der zu Unrecht Verurteilte rehabilitiert. |
| reüssieren | Gehoben: Erfolg haben. | Als Schauspielerin reüssierte sie erst mit vierzig Jahren. |
| rezipieren | Ein Werk aufnehmen, verstehen und verarbeiten. | Der Roman wurde in Frankreich ganz anders rezipiert als in Deutschland. |
| sinnieren | In Gedanken versunken über etwas nachdenken. | Am Fenster sitzend sinnierte er über vergangene Zeiten. |
| schmähen | Jemanden mit verächtlichen Worten beleidigen. | Der einst gefeierte Trainer wurde nach der Niederlage von allen geschmäht. |
| schwadronieren | Laut, wortreich und angeberisch daherreden. | Der Gast schwadronierte den ganzen Abend über seine Reisen. |
| schwelgen | Etwas in vollen Zügen genießen; sich einem Gefühl ganz hingeben. | Die alten Freunde schwelgten in Erinnerungen an ihre Studienzeit. |
| sich sträuben | Sich gegen etwas wehren und es nicht tun wollen. | Lange sträubte sie sich gegen den Umzug in die Stadt. |
| sublimieren | Triebe oder Gefühle in eine höhere, oft künstlerische Form umwandeln. | Der Dichter hat seinen Liebeskummer in Gedichten sublimiert. |
| suggerieren | Jemandem etwas unterschwellig einreden oder den Eindruck erwecken. | Die Werbung suggeriert, dass man mit diesem Auto glücklich wird. |
| tadeln | Jemanden wegen eines Fehlers ernsthaft kritisieren. | Die Lehrerin tadelte den Schüler für seine Unpünktlichkeit. |
| taktieren | Geschickt und berechnend vorgehen, um einen Vorteil zu erlangen. | In den Verhandlungen wird von beiden Seiten vorsichtig taktiert. |
| trachten | Gehoben: nach etwas streben; auch jemandem nach dem Leben wollen. | Der Rivale trachtete ihm nach dem Leben. |
| triumphieren | Einen großen Sieg erringen und darüber jubeln. | Am Ende triumphierte der Außenseiter über den Weltmeister. |
| trotzen | Einer Gefahr oder Schwierigkeit mutig standhalten. | Die alten Eichen trotzten jedem Sturm. |
| übervorteilen | Jemanden bei einem Geschäft unfair benachteiligen. | Beim Autokauf fühlte er sich vom Händler übervorteilt. |
| überschatten | Eine an sich schöne Sache durch etwas Trauriges trüben. | Das Fest wurde von einem schweren Unfall überschattet. |
| umgarnen | Jemanden mit Schmeicheleien und Charme für sich einnehmen. | Mit süßen Worten umgarnte der Betrüger die reiche Witwe. |
| unterjochen | Ein Volk gewaltsam unterwerfen und beherrschen. | Die Eroberer unterjochten die Bevölkerung jahrhundertelang. |
| unterminieren | Etwas nach und nach heimlich schwächen und untergraben. | Durch ständige Kritik wurde die Autorität des Direktors unterminiert. |
| veralbern | Jemanden nicht ernst nehmen und sich über ihn lustig machen. | Ich lasse mich doch nicht von dir veralbern! |
| verballhornen | Einen Namen oder Ausdruck absichtlich entstellen und lächerlich machen. | Die Schüler haben den Namen des Lehrers zu einem Spitznamen verballhornt. |
| verbrämen | Etwas Unangenehmes mit schönen Worten verhüllen. | Seine Ablehnung war höflich verbrämt, aber deutlich. |
| verdammen | Etwas streng verurteilen; auch jemanden zu einem Schicksal zwingen. | Ohne Hilfe war das Projekt zum Scheitern verdammt. |
| verdrießen | Gehoben: jemanden missmutig und ärgerlich machen. | Die ewige Warterei verdross die Reisenden. |
| verfemen | Jemanden aus der Gemeinschaft ausstoßen und ächten. | Wer das Schweigegebot brach, wurde von der Bande verfemt. |
| verfallen | Allmählich kaputtgehen; auch in einen Zustand geraten oder einer Sucht erliegen. | Nach dem Tod seiner Frau verfiel er dem Alkohol. |
| verhehlen | Gehoben: etwas verbergen oder verschweigen. | Sie verhehlte ihre Enttäuschung nicht. |
| verhöhnen | Jemanden boshaft verspotten und lächerlich machen. | Die Zuschauer verhöhnten den Schiedsrichter nach jedem Pfiff. |
| verklären | Etwas Vergangenes schöner sehen, als es war. | Im Rückblick wird die Jugend oft verklärt. |
| verkümmern | Allmählich schwach werden und eingehen, weil etwas fehlt. | Ohne Licht verkümmerte die Pflanze im Keller. |
| verleugnen | Bestreiten, jemanden zu kennen oder etwas zu sein; etwas nicht wahrhaben wollen. | Aus Scham verleugnete er jahrelang seine einfache Herkunft. |
| verlocken | Jemanden reizen und dazu verführen, etwas zu tun. | Das schöne Wetter hat uns zu einem Ausflug verlockt. |
| vermengen | Verschiedene Dinge miteinander vermischen, oft auf unzulässige Weise. | In der Diskussion wurden Fakten und Meinungen vermengt. |
| verpönen | Etwas missbilligen und ablehnen; meist als Partizip gebraucht. | In diesem Restaurant ist das Telefonieren am Tisch verpönt. |
| verprellen | Jemanden durch ungeschicktes Verhalten verärgern und vertreiben. | Mit den hohen Preisen hat der Wirt seine Stammgäste verprellt. |
| verschmähen | Etwas Angebotenes aus Stolz oder Geringschätzung ablehnen. | Die Prinzessin verschmähte alle reichen Bewerber. |
| versöhnen | Den Streit beenden und wieder Frieden schließen. | Nach Jahren des Schweigens versöhnten sich die Brüder. |
| verunglimpfen | Jemanden oder etwas in übler Weise herabsetzen. | Die Opposition wurde in den Staatsmedien systematisch verunglimpft. |
| verwahren | Etwas sicher aufbewahren. | Die Urkunden werden in einem Tresor verwahrt. |
| sich verwahren | Gehoben: energisch gegen etwas protestieren. | Die Ministerin verwahrte sich gegen die Unterstellungen. |
| verweilen | Gehoben: an einem Ort eine Zeit lang bleiben. | Der Blick des Besuchers verweilte lange auf dem Gemälde. |
| verzagen | Den Mut verlieren und aufgeben wollen. | Auch nach Rückschlägen darf man nicht verzagen. |
| vergöttern | Jemanden übermäßig verehren und bewundern. | Der kleine Junge vergöttert seinen großen Bruder. |
| vorgaukeln | Jemandem etwas Falsches vortäuschen. | Der Betrüger hat den Anlegern hohe Gewinne vorgegaukelt. |
| wähnen | Gehoben: irrtümlich glauben, dass etwas so ist. | Er wähnte sich in Sicherheit, doch die Polizei war ihm schon auf der Spur. |
| wanken | Unsicher schwanken; übertragen: unsicher werden. | Nach dem Schlag wankte der Boxer und ging zu Boden. |
| weissagen | Die Zukunft vorhersagen. | Die alte Frau weissagte dem König großes Unheil. |
| wettern | Laut und heftig über etwas schimpfen. | Der Bauer wetterte über die neuen Vorschriften aus Brüssel. |
| widerfahren | Gehoben: jemandem geschehen, besonders etwas Unangenehmes. | Ihm ist großes Unrecht widerfahren. |
| zaudern | Unentschlossen zögern. | Er zauderte zu lange, und die Chance war vorbei. |
| zehren | Kräfte verbrauchen; auch von Vorräten oder Erinnerungen leben. | Die lange Krankheit zehrt an ihren Kräften. |
| zermürben | Jemanden durch ständige Belastung allmählich seelisch erschöpfen. | Die monatelange Ungewissheit hat ihn völlig zermürbt. |
| zetern | Laut und schrill schimpfen und klagen. | Die Nachbarin zeterte, weil der Ball in ihren Garten geflogen war. |
| zollen | Gehoben: jemandem Respekt oder Anerkennung entgegenbringen. | Alle zollten der Siegerin großen Respekt. |
| zürnen | Gehoben: jemandem böse sein. | Der Vater zürnte seinem Sohn noch lange wegen der Lüge. |
| abgedroschen | So oft gebraucht, dass es keine Wirkung mehr hat; abgenutzt. | „Liebe auf den ersten Blick“ ist eine abgedroschene Formel. |
| abgefeimt | Durch und durch durchtrieben und gerissen. | Der Hochstapler war ein abgefeimter Lügner, der jeden täuschte. |
| abgehoben | Fern von der Wirklichkeit und den Sorgen normaler Menschen. | Viele Wähler finden die Politiker in der Hauptstadt abgehoben. |
| abgründig | Rätselhaft tief und unergründlich, oft auf unheimliche Weise. | Der Film besticht durch seinen abgründigen Humor. |
| absonderlich | Seltsam und vom Gewohnten auffällig abweichend. | Sein Verhalten auf der Feier war höchst absonderlich. |
| affektiert | Gekünstelt und unnatürlich im Benehmen. | Ihre Sprechweise wirkte affektiert und eingebildet. |
| akkurat | Sehr sorgfältig und genau. | Seine Handschrift ist akkurat und gut lesbar. |
| anachronistisch | Nicht mehr in die heutige Zeit passend; veraltet. | Die Kleiderordnung des Clubs wirkt heute ziemlich anachronistisch. |
| anrüchig | Von zweifelhaftem Ruf; nicht ganz anständig. | Er verkehrte in anrüchigen Kreisen. |
| apodiktisch | Keinen Widerspruch duldend; unumstößlich behauptend. | In apodiktischem Ton erklärte er, es gebe keine Alternative. |
| ästhetisch | Schön und geschmackvoll gestaltet; das Schöne betreffend. | Das neue Museum ist nicht nur praktisch, sondern auch ästhetisch. |
| aufmüpfig | Frech und gegen Autoritäten aufbegehrend. | Die Lehrerin hatte Mühe mit den aufmüpfigen Schülern der neunten Klasse. |
| bärbeißig | Mürrisch und grob, aber oft im Grunde gutmütig. | Der bärbeißige Hausmeister hatte ein weiches Herz für Kinder. |
| bauernschlau | Auf einfache, praktische Weise klug und gewitzt. | Der alte Händler war bauernschlau und ließ sich nie übers Ohr hauen. |
| behäbig | Langsam, schwerfällig und gemütlich. | Der dicke Kater bewegte sich behäbig zu seinem Napf. |
| beherzt | Mutig und entschlossen. | Durch ihr beherztes Eingreifen wurde das Kind gerettet. |
| beklemmend | Bedrückend und Angst einflößend. | Die Stille im leeren Krankenhaus war beklemmend. |
| bestechend | Sehr überzeugend und beeindruckend. | Ihre Argumentation war von bestechender Logik. |
| bieder | Brav und spießig, ohne jede Originalität. | Die Einrichtung der Wohnung war eher bieder. |
| bigott | Übertrieben und scheinheilig fromm. | Die bigotte Tante verurteilte jeden, der sonntags nicht zur Messe ging. |
| blasiert | Hochnäsig und gelangweilt von allem. | Mit blasierter Miene betrachtete er die Kunstwerke. |
| borniert | Engstirnig und in seiner Meinung beschränkt. | Er ist zu borniert, um andere Ansichten gelten zu lassen. |
| derb | Grob und unfein, ohne Rücksicht auf feinere Sitten. | Am Stammtisch wurden derbe Witze erzählt. |
| dekadent | Durch übertriebenen Luxus moralisch verfallen. | Die Feier mit Champagnerbad fanden viele dekadent. |
| dilettantisch | Unfachmännisch und stümperhaft ausgeführt. | Die Reparatur war so dilettantisch, dass das Dach wieder leckte. |
| doppelzüngig | Unehrlich, weil man zu verschiedenen Leuten Verschiedenes sagt. | Sein doppelzüngiges Verhalten fiel erst spät auf. |
| dreist | Frech und ohne Scham. | Der Dieb war so dreist, sich bei der Polizei über seine Beute zu beschweren. |
| dünkelhaft | Eingebildet und hochmütig. | Der dünkelhafte Adlige sprach nicht mit den Dienern. |
| ehrfürchtig | Voller tiefer Achtung und Scheu. | Ehrfürchtig betraten die Touristen die alte Kathedrale. |
| eitel | Übertrieben auf sein Aussehen und seine Wirkung bedacht. | Er ist so eitel, dass er sich in jedem Schaufenster betrachtet. |
| eloquent | Redegewandt und ausdrucksstark. | Die eloquente Moderatorin führte souverän durch den Abend. |
| elegisch | Wehmütig klagend und traurig gestimmt. | Das Buch endet mit einem elegischen Kapitel über den Verlust der Heimat. |
| ephemer | Nur kurze Zeit dauernd; flüchtig. | Viele Internettrends sind ephemere Erscheinungen. |
| erbaulich | Seelisch stärkend; oft ironisch: erfreulich. | Die Nachricht von der Steuererhöhung war nicht gerade erbaulich. |
| erlesen | Von ausgesuchter, besonders hoher Qualität. | Zum Fest wurden erlesene Weine serviert. |
| eskapistisch | Der Wirklichkeit ausweichend und in Fantasiewelten flüchtend. | Fantasyromane gelten oft als eskapistische Literatur. |
| exaltiert | Übertrieben aufgeregt und überspannt. | Sie begrüßte uns mit exaltierten Gesten und lauten Ausrufen. |
| exzentrisch | Ungewöhnlich und überspannt im Verhalten. | Die exzentrische Malerin trug immer zwei verschiedene Schuhe. |
| feinsinnig | Mit feinem Gespür für Kunst und Zwischentöne. | Der Autor ist ein feinsinniger Beobachter des Alltags. |
| feist | Abwertend: dick und fett, besonders im Gesicht. | Der feiste Wirt rieb sich zufrieden die Hände. |
| frivol | Leichtfertig und respektlos; auch anzüglich. | Seine frivolen Bemerkungen passten nicht zur Trauerfeier. |
| fromm | Tief gläubig und religiös. | Ihre fromme Großmutter betete jeden Abend. |
| gefeit | Gegen etwas geschützt und dafür nicht anfällig. | Auch Experten sind nicht gefeit gegen Irrtümer. |
| gehässig | Boshaft und darauf aus, anderen zu schaden. | Sie machte eine gehässige Bemerkung über das Kleid ihrer Kollegin. |
| geistreich | Klug, witzig und originell. | Er hielt eine geistreiche Rede, die alle zum Lachen brachte. |
| gestelzt | Unnatürlich und übertrieben förmlich. | Sein gestelztes Deutsch klang wie aus einem alten Lehrbuch. |
| getragen | Langsam, feierlich und ernst. | Die Kapelle spielte eine Melodie in getragenem Tempo. |
| gewieft | Schlau und erfahren, nicht leicht zu täuschen. | Der gewiefte Anwalt fand eine Lücke im Vertrag. |
| gönnerhaft | Herablassend wohlwollend, als ob man jemandem eine Gnade erweist. | Mit gönnerhaftem Lächeln klopfte er dem Praktikanten auf die Schulter. |
| grotesk | Absurd verzerrt, sodass es lächerlich oder grauenhaft wirkt. | Die Lage war so grotesk, dass alle lachen mussten. |
| gutgläubig | Allzu leicht vertrauend und deshalb leicht zu täuschen. | Die gutgläubige Rentnerin überwies dem Betrüger ihr Erspartes. |
| hanebüchen | Unglaublich und haarsträubend unsinnig. | Seine Ausrede war völlig hanebüchen. |
| harsch | Unfreundlich, rau und streng. | Der Plan stieß auf harsche Kritik. |
| hehr | Gehoben: erhaben und edel. | Hinter dem Projekt stehen hehre Ziele, doch die Umsetzung ist schwierig. |
| hämisch | Boshaft und schadenfroh. | Mit einem hämischen Grinsen sah er zu, wie sein Rivale scheiterte. |
| hochtrabend | Übertrieben großartig und wichtigtuerisch. | Hinter den hochtrabenden Worten steckte wenig Substanz. |
| idyllisch | Friedlich, ländlich und malerisch schön. | Das Ferienhaus liegt idyllisch an einem kleinen See. |
| ignorant | Unwissend und nicht bereit, etwas zur Kenntnis zu nehmen. | Es ist ignorant, die Warnungen der Forscher zu übergehen. |
| impertinent | Frech und unverschämt. | Seine Fragen waren geradezu impertinent. |
| inbrünstig | Voller leidenschaftlicher, tiefer Hingabe. | Die Fans sangen inbrünstig die Vereinshymne. |
| infam | Niederträchtig und gemein. | Das ist eine infame Lüge! |
| inständig | Sehr eindringlich und flehend. | Sie bat ihn inständig, nicht zu fahren. |
| jovial | Betont wohlwollend und leutselig, oft von oben herab. | Der Direktor klopfte den Mitarbeitern jovial auf die Schulter. |
| kauzig | Etwas seltsam und eigenbrötlerisch, aber liebenswert. | Unser Nachbar ist ein kauziger alter Mann, der mit seinen Rosen spricht. |
| kläglich | Jämmerlich; auch erbärmlich gering oder schlecht. | Der Versuch, den Rekord zu brechen, endete kläglich. |
| kongenial | Geistig ebenbürtig und gleichwertig. | Die Übersetzerin lieferte eine kongeniale Übertragung des Gedichts. |
| kühn | Mutig und wagemutig. | Der Architekt entwarf eine kühne Brücke über die Schlucht. |
| lakonisch | Kurz, knapp und trocken formuliert. | „Pech gehabt“, antwortete er lakonisch. |
| larmoyant | Weinerlich und voller Selbstmitleid. | Der Ton seiner Memoiren ist unangenehm larmoyant. |
| launisch | Mit häufig wechselnder, oft schlechter Stimmung. | Das launische Aprilwetter verdarb uns das Picknick. |
| lauter | Gehoben: ehrlich und aufrichtig. | An seinen lauteren Absichten zweifelte niemand. |
| lethargisch | Träge und teilnahmslos. | Nach der Grippe fühlte er sich wochenlang lethargisch. |
| leutselig | Freundlich und umgänglich, besonders gegenüber einfachen Leuten. | Der leutselige Bürgermeister plauderte mit allen Marktfrauen. |
| lästerlich | Beleidigend und frevelhaft, besonders gegenüber Heiligem. | Der Mann stieß lästerliche Flüche aus. |
| launig | Witzig und gut gelaunt. | Der Gastgeber hielt eine launige Ansprache. |
| makaber | Mit dem Tod oder Schrecklichem spielend; schaurig. | Das war ein makabrer Scherz auf einer Beerdigung. |
| maßlos | Ohne jedes Maß; übertrieben. | Er war maßlos enttäuscht über das Ergebnis. |
| melancholisch | Schwermütig und traurig gestimmt. | Der Herbst weckt in ihr melancholische Gefühle. |
| mondän | Elegant, weltgewandt und luxuriös. | Sie verbrachten den Sommer in einem mondänen Badeort an der Côte d'Azur. |
| morbid | Krankhaft; auch von einem Hang zum Verfall und Tod geprägt. | Die alte Villa hatte einen morbiden Charme. |
| mürrisch | Schlecht gelaunt und unfreundlich. | Morgens vor dem Kaffee ist er immer mürrisch. |
| nonchalant | Lässig und unbekümmert. | Sie überging den Fehler ganz nonchalant. |
| obskur | Unklar, dunkel und von zweifelhafter Herkunft. | Er hatte sein Geld mit obskuren Geschäften verdient. |
| obszön | Unanständig und sittlich anstößig. | Wegen obszöner Gesten erhielt der Spieler eine Sperre. |
| omnipräsent | Überall gleichzeitig vorhanden und sichtbar. | Werbung ist in unseren Städten omnipräsent. |
| opulent | Üppig und reichhaltig. | Zum Abschied gab es ein opulentes Festessen. |
| pathetisch | Übertrieben feierlich und gefühlvoll. | Seine Abschiedsrede war mir zu pathetisch. |
| pedantisch | Übertrieben genau und kleinlich. | Er ist pedantisch, was die Ordnung auf seinem Schreibtisch angeht. |
| penibel | Äußerst sorgfältig und genau bis ins Kleinste. | Sie führt penibel Buch über alle Ausgaben. |
| perfide | Hinterhältig und auf gemeine Weise berechnend. | Mit einem perfiden Plan brachte er seinen Rivalen um die Stelle. |
| pittoresk | Malerisch und reizvoll anzusehen. | Wir schlenderten durch die pittoresken Gassen der Altstadt. |
| pompös | Übertrieben prunkvoll. | Die Hochzeit war eine pompöse Inszenierung. |
| prätentiös | Anspruchsvoll tuend und gekünstelt; angeberisch. | Den Titel des Films finde ich ziemlich prätentiös. |
| prosaisch | Nüchtern, sachlich und ohne Fantasie. | Er hat eine sehr prosaische Sicht auf die Liebe. |
| prüde | Übertrieben schamhaft, besonders bei sexuellen Themen. | Ihre Eltern waren in diesen Dingen sehr prüde. |
| redlich | Ehrlich und anständig. | Er hat sich redlich bemüht, den Schaden zu ersetzen. |
| reumütig | Voller Reue und Schuldbewusstsein. | Reumütig gestand der Junge, das Fenster zerbrochen zu haben. |
| ruchlos | Gehoben: gewissenlos und verbrecherisch. | Die ruchlose Tat erschütterte das ganze Land. |
| sakral | Religiösen oder kirchlichen Zwecken dienend. | Das Museum zeigt sakrale Kunst des Mittelalters. |
| sardonisch | Bitter und hämisch spöttisch. | Ein sardonisches Lächeln spielte um seine Lippen. |
| schalkhaft | Schelmisch und verschmitzt. | Sie sah ihn mit einem schalkhaften Blick an. |
| scheinheilig | Heuchlerisch; nach außen fromm und unschuldig tuend. | Er fragte ganz scheinheilig, wer denn das letzte Stück Kuchen gegessen habe. |
| schlitzohrig | Gerissen und auf listige Weise schlau. | Der schlitzohrige Händler verkaufte uns den Teppich zum doppelten Preis. |
| schnöde | Gehoben: verachtenswert; auch gemein und herablassend. | Es ging ihm nur um den schnöden Mammon. |
| schrullig | Mit seltsamen, etwas lächerlichen Eigenheiten. | Die schrullige Tante sammelt Teelöffel aus aller Welt. |
| schwülstig | Übertrieben bilderreich und überladen im Ausdruck. | Der Stil des Romans ist schwülstig und schwer lesbar. |
| selbstgefällig | Eitel und von der eigenen Person übertrieben angetan. | Mit selbstgefälligem Lächeln nahm er das Lob entgegen. |
| sinnlich | Die Sinne ansprechend; auch erotisch. | Der Duft von Vanille ist ein sinnliches Erlebnis. |
| skurril | Seltsam, verschroben und komisch. | Das Museum zeigt allerlei skurrile Erfindungen. |
| spröde | Brüchig und hart; übertragen: abweisend und schwer zugänglich. | Das Material ist spröde und bricht leicht. |
| stoisch | Unerschütterlich gelassen, auch bei Leid. | Mit stoischer Ruhe ertrug er die Schmerzen. |
| süffisant | Selbstgefällig und spöttisch überlegen. | Mit einem süffisanten Lächeln wies er auf meinen Fehler hin. |
| tiefsinnig | Gedankenreich und nachdenklich. | Das Kind stellte eine überraschend tiefsinnige Frage über den Tod. |
| trist | Trostlos, öde und traurig. | Die triste Plattenbausiedlung lag am Rand der Stadt. |
| überschwänglich | Mit übertriebener Begeisterung. | Die Fans begrüßten die Band überschwänglich. |
| unbotmäßig | Gehoben: aufsässig und ungehorsam. | Der Minister entließ den unbotmäßigen Beamten. |
| unergründlich | So rätselhaft, dass man es nicht erklären kann. | Die unergründliche Tiefe des Ozeans fasziniert die Forscher. |
| unbeirrbar | Durch nichts von seinem Weg abzubringen. | Sie verfolgte unbeirrbar ihr Ziel. |
| ungeschliffen | Grob und ohne feine Umgangsformen. | Sein Benehmen ist etwas ungeschliffen, aber er ist ehrlich. |
| unverblümt | Offen und direkt, ohne Beschönigung. | Sie sagte ihm unverblümt die Meinung. |
| unverfroren | Frech und ohne jede Scham. | Er behauptete unverfroren, er habe nie etwas versprochen. |
| unwägbar | Nicht im Voraus abschätzbar. | Jede Operation birgt unwägbare Risiken. |
| verbohrt | Stur an falschen Meinungen festhaltend. | Er ist so verbohrt, dass jede Diskussion sinnlos ist. |
| verschroben | Sonderbar und schrullig. | Der Erfinder galt als verschrobener Einzelgänger. |
| verwegen | Kühn und draufgängerisch. | Der Pirat mit dem verwegenen Blick hatte keine Angst. |
| vertrackt | Schwierig und kompliziert. | Das ist eine vertrackte Situation, aus der es kaum einen Ausweg gibt. |
| vollmundig | Kräftig im Geschmack; übertragen: großspurig versprechend. | Die Partei machte vollmundige Versprechungen, die sie nie hielt. |
| weltfremd | Ohne Bezug zur Wirklichkeit und zum Alltag. | Seine Vorstellungen vom Leben auf dem Land sind ziemlich weltfremd. |
| wehmütig | Von leiser Traurigkeit über Vergangenes erfüllt. | Wehmütig blätterte sie im alten Fotoalbum. |
| wankelmütig | Unbeständig in Meinungen und Entschlüssen. | Das wankelmütige Publikum feierte heute, wen es gestern ausgepfiffen hatte. |
| zynisch | Spöttisch und verächtlich gegenüber Werten und Gefühlen anderer. | Seine zynische Bemerkung über die Opfer empörte alle. |
| zügellos | Ohne Maß und Beherrschung. | Nach dem Sieg feierten die Fans zügellos bis in den Morgen. |
| zwielichtig | Undurchsichtig und verdächtig. | In der Bar trafen sich zwielichtige Gestalten. |
| alsbald | Gehoben: sehr bald danach, kurz darauf. | Der Regen setzte ein, und alsbald waren alle Straßen überflutet. |
| allenthalben | Gehoben: überall, an allen Orten. | Nach dem Sieg herrschte allenthalben große Freude im Land. |
| anderenorts | Woanders, an einer fremden Stelle. | Was hier verboten ist, ist anderenorts durchaus erlaubt. |
| beileibe | Verstärkt eine Verneinung: wirklich, auf keinen Fall. | Das ist beileibe kein einfaches Problem. |
| dergestalt | Gehoben: in solcher Weise, so; oft mit „dass“. | Der Sturm wütete dergestalt, dass kein Baum stehen blieb. |
| desgleichen | Ebenso, gleichfalls; auch: etwas Ähnliches. | Der Vater war Arzt, desgleichen der Großvater. |
| eingedenk | Gehoben, mit Genitiv: im Bewusstsein von etwas, ohne es zu vergessen. | Eingedenk seiner Erfahrungen riet er zur Vorsicht. |
| gemeinhin | Im Allgemeinen, gewöhnlich. | Die Eule gilt gemeinhin als Symbol der Weisheit. |
| geschweige denn | Leitet etwas noch Unwahrscheinlicheres ein, nach einer Verneinung: und noch viel weniger. | Er kann kaum gehen, geschweige denn rennen. |
| gleichsam | Gehoben: sozusagen, gewissermaßen. | Die alte Burg ist gleichsam das Herz der Stadt. |
| hierzulande | In diesem Land, bei uns. | Hierzulande trinkt man zum Frühstück meistens Kaffee. |
| immerfort | Ständig und ohne Unterbrechung. | Das Kind fragte immerfort nach seiner Mutter. |
| indes | Gehoben: jedoch; auch: unterdessen. | Die Prognose war gut, der Erfolg blieb indes aus. |
| indessen | Inzwischen, während dessen; auch: allerdings. | Sie kochte, indessen deckte er den Tisch. |
| insgeheim | Heimlich, ohne dass es andere wissen. | Insgeheim hoffte sie, dass er sie anrufen würde. |
| mitnichten | Gehoben: keineswegs, ganz und gar nicht. | Das Problem ist mitnichten gelöst. |
| nachgerade | Gehoben: geradezu, allmählich wirklich. | Seine Unpünktlichkeit ist nachgerade legendär. |
| nebst | Veraltet, mit Dativ: zusammen mit, samt. | Der Graf erschien nebst Gattin und Kindern. |
| schlechterdings | Gehoben: geradezu, ganz und gar. | Das ist schlechterdings unmöglich. |
| seinerseits | Was ihn betrifft; von ihm aus. | Er seinerseits hatte nichts gegen den Vorschlag einzuwenden. |
| unbeschadet | Gehoben, mit Genitiv: ohne Nachteil für; trotz. | Unbeschadet aller Kritik hielt die Regierung an ihrem Plan fest. |
| unumwunden | Offen und ohne Umschweife. | Sie gab unumwunden zu, einen Fehler gemacht zu haben. |
| vermöge | Gehoben, mit Genitiv: mithilfe von, aufgrund von. | Vermöge seiner Erfahrung löste er das Problem schnell. |
| vollends | Völlig, ganz und gar. | Mit dieser Bemerkung hatte er sie vollends verärgert. |
| vorzugsweise | Am liebsten, vor allem. | Die Katze schläft vorzugsweise auf dem Sofa. |
| wohlweislich | Aus gutem Grund und mit Bedacht. | Er hatte wohlweislich einen Regenschirm mitgenommen. |
| zeitlebens | Das ganze Leben lang. | Der Maler war zeitlebens arm und wurde erst nach seinem Tod berühmt. |
| zusehends | Deutlich sichtbar und schnell. | Nach der Operation erholte sich der Patient zusehends. |
| ad absurdum | Lateinisch, meist mit „führen“: die Unsinnigkeit einer Sache zeigen. | Sein eigenes Verhalten führt seine Theorie ad absurdum. |
| par excellence | Französisch, nachgestellt: schlechthin, im wahrsten Sinne. | Er ist ein Gentleman par excellence. |
| à la longue | Französisch: auf die Dauer, langfristig. | À la longue wird sich die Investition sicher lohnen. |
| mit Fug und Recht | Mit vollem Recht, aus gutem Grund. | Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie die beste Spielerin ist. |
| ins Hintertreffen geraten | In eine schlechtere Lage als andere kommen; den Anschluss verlieren. | Durch die Krankheit ist er in der Schule ins Hintertreffen geraten. |
| das Zünglein an der Waage | Wer oder was bei einer knappen Entscheidung den Ausschlag gibt. | Die kleine Partei könnte bei der Abstimmung das Zünglein an der Waage sein. |
| wider besseres Wissen | Obwohl man es eigentlich besser weiß. | Er behauptete wider besseres Wissen, nichts von dem Fehler gewusst zu haben. |
| aufs Tapet bringen | Ein Thema zur Sprache bringen und zur Diskussion stellen. | In der Sitzung hat sie die Gehaltsfrage erneut aufs Tapet gebracht. |
| sang- und klanglos | Ohne Aufsehen und ohne Abschied; unbemerkt. | Nach zehn Jahren verschwand das Geschäft sang- und klanglos aus der Straße. |
| von Belang | Wichtig, von Bedeutung. | Für unsere Entscheidung ist das nicht von Belang. |
| unter der Hand | Heimlich, inoffiziell. | Die Karten wurden unter der Hand zum dreifachen Preis verkauft. |
| ins Leere laufen | Ohne Wirkung bleiben; keinen Erfolg haben. | Alle Versuche, ihn telefonisch zu erreichen, liefen ins Leere. |
| sich ein Stelldichein geben | Gehoben: sich an einem Ort treffen, zusammenkommen. | In Salzburg werden sich auch dieses Jahr die besten Musiker der Welt ein Stelldichein geben. |
| Hand in Hand | Eng zusammen; auch in enger Verbindung miteinander. | Bildung und Wohlstand gehen oft Hand in Hand. |
| mir nichts, dir nichts | Einfach so, ohne zu fragen oder Rücksicht zu nehmen. | Er hat sich mir nichts, dir nichts mein Fahrrad genommen. |
| auf verlorenem Posten | In einer aussichtslosen Lage, ohne Chance auf Erfolg. | Mit ihrer Forderung stand sie im Vorstand auf verlorenem Posten. |
| zu guter Letzt | Am Ende, schließlich, nach allem anderen. | Zu guter Letzt bedankte sich der Redner bei seinen Eltern. |
| ohne Umschweife | Direkt, ohne lange Einleitung. | Sie kam ohne Umschweife zur Sache. |
| die Gemengelage | Unübersichtliche Mischung verschiedener Interessen, Probleme oder Faktoren. | In dieser komplizierten Gemengelage ist eine schnelle Lösung kaum möglich. |
| der Spießrutenlauf | Erniedrigende Situation, in der man vielen feindseligen Blicken oder Angriffen ausgesetzt ist. | Nach dem Skandal wurde jeder Gang durch das Dorf für ihn zum Spießrutenlauf. |
| die Sisyphusarbeit | Mühsame, endlose Arbeit, die nie zu einem Ergebnis kommt. | Den Garten frei von Unkraut zu halten, ist eine wahre Sisyphusarbeit. |
| der Pyrrhussieg | Erfolg, der so teuer erkauft ist, dass er einer Niederlage gleichkommt. | Der gewonnene Prozess erwies sich als Pyrrhussieg, denn die Kosten ruinierten die Firma. |
| das Damoklesschwert | Ständig drohende Gefahr, die jederzeit eintreten kann. | Die drohende Schließung schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Werk. |
| die Achillesferse | Verwundbare, schwache Stelle einer Person oder Sache. | Die Abwehr ist die Achillesferse der Mannschaft. |
| der Kuhhandel | Abwertend: unsauberes Geschäft, bei dem jede Seite etwas gegen etwas anderes eintauscht. | Das Gesetz kam erst durch einen politischen Kuhhandel zustande. |
| das Feigenblatt | Etwas, das nur dazu dient, einen Missstand zu verdecken. | Die kleine Spende war nur ein Feigenblatt für die Umweltsünden des Konzerns. |
| der Hemmschuh | Etwas, das eine Entwicklung bremst oder behindert. | Die Bürokratie ist ein Hemmschuh für neue Unternehmen. |
| der Stolperstein | Schwierigkeit, an der etwas scheitern kann. | Die Finanzierung ist der letzte Stolperstein auf dem Weg zum neuen Stadion. |
| der Prüfstein | Etwas, an dem sich der Wert oder die Qualität von jemandem zeigt. | Die Krise wird zum Prüfstein für die neue Regierung. |
| der Eckpfeiler | Wichtigste Grundlage, auf der etwas aufbaut. | Die Meinungsfreiheit ist ein Eckpfeiler der Demokratie. |
| der Schulterschluss | Enges Zusammenstehen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. | Gegen die Schließung der Klinik gab es einen Schulterschluss aller Parteien. |
| der Paukenschlag | Überraschendes, aufsehenerregendes Ereignis. | Mit einem Paukenschlag kündigte der Trainer seinen sofortigen Rücktritt an. |
| der Befreiungsschlag | Entschlossene Handlung, mit der man sich aus einer schwierigen Lage herauskämpft. | Der Verkauf der Tochterfirma war für den Konzern ein Befreiungsschlag. |
| der Rundumschlag | Pauschale Kritik, die sich gegen viele Personen oder Dinge zugleich richtet. | In seinem Interview holte er zu einem Rundumschlag gegen die Medien aus. |
| der Seitenhieb | Spitze Bemerkung nebenbei, die jemanden treffen soll. | Mit einem kleinen Seitenhieb auf ihren Vorgänger begann sie ihre Rede. |
| der Fauxpas | Verstoß gegen gesellschaftliche Umgangsformen; Taktlosigkeit. | Beim Staatsbankett beging der Gast einen peinlichen Fauxpas. |
| das Fiasko | Völliger Misserfolg; Zusammenbruch. | Die Premiere des Stücks endete in einem Fiasko. |
| das Debakel | Schwere, beschämende Niederlage. | Die 0:7-Niederlage war ein Debakel für die Nationalmannschaft. |
| der Eklat | Aufsehenerregender Skandal oder Streit in der Öffentlichkeit. | Als der Minister den Saal verließ, kam es zum Eklat. |
| die Farce | Lächerliches, nicht ernst zu nehmendes Geschehen, das nur so tut als ob. | Die Wahl war eine Farce, das Ergebnis stand längst fest. |
| das Possenspiel | Lächerliches Theater; unwürdiges Treiben. | Die Debatte im Stadtrat geriet zum Possenspiel. |
| das Ränkespiel | Geheime Intrigen, mit denen man sich Vorteile verschaffen will. | Am Hof des Königs herrschte ein ständiges Ränkespiel. |
| die Kungelei | Umgangssprachlich: heimliche Absprachen zum gegenseitigen Vorteil. | Die Vergabe der Aufträge war reine Kungelei unter Freunden. |
| die Vetternwirtschaft | Bevorzugung von Verwandten und Freunden bei der Vergabe von Posten. | Der Bürgermeister musste wegen Vetternwirtschaft zurücktreten. |
| der Filz | Übertragen: undurchschaubares Geflecht von Beziehungen, die Vorteile verschaffen. | Die Zeitung deckte den Filz zwischen Politik und Bauindustrie auf. |
| die Günstlingswirtschaft | Bevorzugung von Personen, die einem Mächtigen nahestehen. | Unter dem alten Direktor blühte die Günstlingswirtschaft. |
| der Klientelismus | Politik, die gezielt die Interessen der eigenen Anhänger bedient. | Kritiker werfen der Partei Klientelismus vor. |
| die Politikverdrossenheit | Enttäuschung und Abneigung der Bürger gegenüber Parteien und Regierenden. | Die niedrige Wahlbeteiligung zeigt eine wachsende Politikverdrossenheit. |
| die Staatsräson | Grundsatz, dass das Wohl des Staates über anderen Interessen steht. | Aus Staatsräson wurden die Dokumente nie veröffentlicht. |
| die Realpolitik | Politik, die sich an den Gegebenheiten und dem Machbaren orientiert statt an Idealen. | Die Kanzlerin galt als Meisterin der nüchternen Realpolitik. |
| die Zäsur | Deutlicher Einschnitt, der eine Entwicklung in ein Vorher und ein Nachher teilt. | Der Mauerfall bildet eine Zäsur in der deutschen Geschichte. |
| der Kleingeist | Mensch mit beschränktem, engstirnigem Denken. | Nur ein Kleingeist regt sich über die Farbe des Gartenzauns auf. |
| die Gegenreaktion | Reaktion, die sich gegen eine vorangegangene Handlung richtet. | Die Preiserhöhung löste eine heftige Gegenreaktion der Kunden aus. |
| die Wende | Entscheidende Veränderung; in Deutschland auch der politische Umbruch von 1989. | Nach der Wende zogen viele junge Menschen in den Westen. |
| der Umsturz | Gewaltsame Beseitigung einer bestehenden Regierung oder Ordnung. | Die Offiziere planten heimlich einen Umsturz. |
| der Putsch | Plötzlicher, meist militärischer Versuch, die Regierung gewaltsam zu stürzen. | Der Putsch scheiterte nach wenigen Stunden. |
| die Usurpation | Widerrechtliche Aneignung der Macht. | Die Usurpation des Throns durch den Onkel löste einen Bürgerkrieg aus. |
| die Okkupation | Militärische Besetzung eines fremden Gebiets. | Die Okkupation des Landes dauerte fünf Jahre. |
| die Repression | Unterdrückung von Kritik und Widerstand durch staatliche Gewalt. | Viele Oppositionelle flohen vor der Repression ins Ausland. |
| die Willkürherrschaft | Herrschaft, die sich an keine Gesetze hält und nach Belieben handelt. | Das Volk litt jahrzehntelang unter der Willkürherrschaft des Fürsten. |
| das Regime | Meist abwertend: Regierungsform, besonders eine undemokratische. | Das autoritäre Regime ließ keine freien Wahlen zu. |
| der Despot | Herrscher, der willkürlich und grausam regiert. | Der Despot ließ jeden Kritiker verhaften. |
| der Tyrann | Gewaltherrscher; übertragen: jemand, der andere herrisch unterdrückt. | Zu Hause spielte sich der Vater als Tyrann auf. |
| die Tyrannei | Grausame, willkürliche Gewaltherrschaft. | Das Volk erhob sich gegen die Tyrannei. |
| die Unterjochung | Gewaltsame Unterwerfung eines Volkes. | Die Geschichte des Landes ist eine Geschichte der Unterjochung durch fremde Mächte. |
| die Knechtschaft | Zustand völliger Unfreiheit und Abhängigkeit. | Nach Jahrhunderten der Knechtschaft erlangte das Volk seine Freiheit. |
| die Leibeigenschaft | Mittelalterliche Abhängigkeit, bei der Bauern einem Grundherrn gehörten. | Die Leibeigenschaft wurde in Preußen 1807 aufgehoben. |
| das Joch | Holzbalken für Zugtiere; übertragen: drückende Last oder Herrschaft. | Das Volk schüttelte das Joch der Fremdherrschaft ab. |
| die Aufwiegelung | Aufhetzung von Menschen zum Widerstand. | Der Agitator wurde wegen Aufwiegelung zur Gewalt verhaftet. |
| der Aufruhr | Heftige Unruhe und Empörung, oft öffentlicher Aufstand. | Die Entscheidung versetzte die ganze Stadt in Aufruhr. |
| die Meuterei | Auflehnung von Soldaten oder Seeleuten gegen ihre Vorgesetzten. | Auf dem Schiff brach eine Meuterei gegen den Kapitän aus. |
| die Spionage | Heimliches Ausforschen fremder Geheimnisse, besonders für einen Staat. | Der Diplomat wurde wegen Spionage ausgewiesen. |
| die Sabotage | Absichtliche Beschädigung oder Behinderung, um etwas zu verhindern. | Die Ermittler vermuten Sabotage hinter dem Stromausfall. |
| die Hetzkampagne | Gezielte Aktion, mit der man öffentlich Hass gegen jemanden schürt. | Die Journalistin wurde Opfer einer Hetzkampagne im Netz. |
| die Schmutzkampagne | Gezielte Verbreitung von Gerüchten, um den Ruf eines Gegners zu zerstören. | Vor der Wahl startete die Opposition eine Schmutzkampagne gegen den Kandidaten. |
| die Propaganda | Gezielte Verbreitung politischer Ideen, um die Meinung der Massen zu beeinflussen. | Die Plakate waren reine Propaganda der Regierung. |
| die Indoktrination | Gezielte Beeinflussung, die keine kritischen Gedanken zulässt. | Die Indoktrination der Kinder begann schon im Kindergarten. |
| die Gleichschaltung | Erzwungene Anpassung aller Organisationen an die Linie einer Diktatur. | Nach 1933 erfolgte die Gleichschaltung der Presse. |
| der Mitläufer | Person, die bei etwas mitmacht, ohne selbst aktiv daran beteiligt zu sein. | Er war kein Täter, aber ein bequemer Mitläufer. |
| die Vergangenheitsbewältigung | Auseinandersetzung einer Gesellschaft mit dunklen Kapiteln ihrer Geschichte. | Die Vergangenheitsbewältigung nach dem Krieg dauerte Jahrzehnte. |
| die Erinnerungskultur | Art und Weise, wie eine Gesellschaft ihrer Geschichte gedenkt. | Gedenktage sind ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur. |
| das Mahnmal | Denkmal, das an ein schlimmes Ereignis erinnert und warnen soll. | Das Mahnmal erinnert an die Opfer des Krieges. |
| die Gedenkstätte | Ort, an dem an Menschen oder Ereignisse erinnert wird. | Die Schulklasse besuchte eine Gedenkstätte in einem ehemaligen Lager. |
| das Vermächtnis | Was jemand nach seinem Tod hinterlässt, auch an Ideen und Werten. | Sein künstlerisches Vermächtnis lebt in seinen Schülern weiter. |
| der Nachlass | Gesamtheit dessen, was ein Verstorbener hinterlässt; auch ein Preisrabatt. | Im Nachlass des Dichters fand man unveröffentlichte Gedichte. |
| die Hinterlassenschaft | Was jemand zurücklässt, oft auch Probleme oder Schäden. | Die Schulden waren die bittere Hinterlassenschaft der alten Regierung. |
| der Erblasser | Person, deren Vermögen nach ihrem Tod an andere übergeht. | Der Erblasser hatte sein Testament beim Notar hinterlegt. |
| die Mitgift | Früher: Vermögen, das eine Braut mit in die Ehe brachte. | Die reiche Kaufmannstochter brachte eine große Mitgift mit. |
| der Ahne | Vorfahr aus früheren Generationen. | Seine Ahnen stammten aus einem kleinen Dorf in Ostpreußen. |
| die Abstammung | Herkunft von bestimmten Vorfahren. | Sie ist italienischer Abstammung. |
| der Stammbaum | Grafische Darstellung der Abstammung einer Familie. | Ihr Stammbaum reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. |
| die Sippe | Große Verwandtschaft, Familienverband. | Zum Geburtstag der Großmutter kam die ganze Sippe zusammen. |
| der Spross | Junger Trieb einer Pflanze; übertragen: Nachkomme einer Familie. | Er ist der jüngste Spross einer berühmten Musikerfamilie. |
| die Obhut | Schützende Aufsicht und Fürsorge. | Während der Reise blieb der Hund in der Obhut der Nachbarn. |
| die Vormundschaft | Gesetzliche Fürsorge für eine Person, die nicht selbst entscheiden kann. | Nach dem Tod der Eltern übernahm die Tante die Vormundschaft für die Kinder. |
| die Plackerei | Mühsame, anstrengende Arbeit. | Der Umzug in den fünften Stock ohne Aufzug war eine echte Plackerei. |
| die Mühsal | Große Anstrengung und Beschwerlichkeit. | Trotz aller Mühsal erreichten die Pilger ihr Ziel. |
| das Ungemach | Gehoben: Unannehmlichkeit, Ärger. | Dem Unternehmen droht neues Ungemach von den Behörden. |
| das Missgeschick | Kleines Unglück, oft durch Ungeschicklichkeit. | Mir ist ein Missgeschick passiert: Ich habe Kaffee über die Tastatur geschüttet. |
| das Verhängnis | Schicksal, das unausweichlich ins Unglück führt. | Seine Spielsucht wurde ihm schließlich zum Verhängnis. |
| das Unheil | Großes Unglück, Verderben. | Die Wolken am Horizont kündigten Unheil an. |
| die Misere | Schlimme, elende Lage. | Die Misere im Gesundheitswesen ist seit Jahren bekannt. |
| der Notstand | Lage, in der eine dringende Gefahr besondere Maßnahmen erfordert. | Nach dem Hochwasser rief die Regierung den Notstand aus. |
| die Notlage | Schwierige Situation, in der man dringend Hilfe braucht. | Der Vermieter nutzte die Notlage der Familie aus. |
| die Bedrängnis | Lage, in der man stark unter Druck steht. | Durch die hohen Zinsen geriet das Unternehmen in Bedrängnis. |
| die Drangsal | Gehoben: Not und Qual. | Die Flüchtlinge hatten auf ihrer Reise große Drangsal erlitten. |
| die Verelendung | Prozess, durch den Menschen in tiefe Armut geraten. | Die Krise führte zur Verelendung ganzer Stadtviertel. |
| die Verwüstung | Schwere Zerstörung eines Gebiets. | Der Hurrikan hinterließ eine Spur der Verwüstung. |
| der Untergang | Vollständiges Ende, Zerstörung; auch das Sinken eines Schiffes. | Der Untergang der „Titanic“ gilt als bekannteste Schiffskatastrophe. |
| der Niedergang | Allmählicher Verfall und Bedeutungsverlust. | Nach dem Ende des Bergbaus begann der Niedergang der Region. |
| die Blütezeit | Zeitraum der höchsten Entfaltung und des größten Erfolgs. | Die Stadt erlebte ihre Blütezeit im 15. Jahrhundert. |
| die Glanzzeit | Zeit des größten Erfolgs und Ruhms. | In seiner Glanzzeit füllte der Sänger ganze Stadien. |
| der Zenit | Höchster Punkt am Himmel; übertragen: Höhepunkt einer Entwicklung. | Mit dreißig hatte die Sportlerin den Zenit ihrer Karriere erreicht. |
| der Höhenflug | Phase großer Erfolge und Begeisterung. | Der Höhenflug der Aktie endete abrupt. |
| der Abstieg | Weg nach unten; auch der Wechsel in eine niedrigere Liga oder sozialer Verlust. | Nach der Saison drohte dem Verein der Abstieg in die zweite Liga. |
| die Talsohle | Tiefster Punkt eines Tals; übertragen: Tiefpunkt einer Entwicklung. | Ökonomen glauben, dass die Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat. |
| die Durststrecke | Schwierige Zeit mit wenig Erfolg oder Geld. | Nach einer langen Durststrecke gewann die Mannschaft endlich wieder. |
| der Rückfall | Erneutes Auftreten einer Krankheit oder Gewohnheit, die man überwunden glaubte. | Nach zwei Jahren ohne Zigaretten hatte er einen Rückfall. |
| der Ausrutscher | Einmaliger Fehler, der sonst nicht vorkommt. | Die Niederlage war nur ein Ausrutscher in einer starken Saison. |
| der Patzer | Umgangssprachlich: kleiner, ärgerlicher Fehler. | Ein Patzer des Torwarts entschied das Spiel. |
| die Schlamperei | Nachlässige, unordentliche Arbeit. | Durch Schlamperei in der Verwaltung gingen wichtige Akten verloren. |
| der Pfusch | Umgangssprachlich: schlecht und unsachgemäß ausgeführte Arbeit. | Die Handwerker haben echten Pfusch abgeliefert. |
| die Stümperei | Ungeschickte, unfachmännische Arbeit. | Diese Reparatur ist doch reine Stümperei! |
| der Dilettant | Laie ohne Fachkenntnis; abwertend: Stümper. | Am Werk war ein Dilettant, der vom Fach keine Ahnung hatte. |
| der Scharlatan | Betrüger, der vorgibt, Fähigkeiten oder Wissen zu haben. | Der angebliche Wunderheiler entpuppte sich als Scharlatan. |
| der Hochstapler | Betrüger, der sich als vornehme oder wichtige Person ausgibt. | Der Hochstapler hatte sich als Arzt ausgegeben. |
| der Heuchler | Person, die Gefühle oder Tugenden vortäuscht. | Er predigt Bescheidenheit und lebt im Luxus, dieser Heuchler! |
| der Schmeichler | Person, die anderen übertriebene Komplimente macht, um sich Vorteile zu verschaffen. | Der König war von Schmeichler umgeben. |
| der Speichellecker | Abwertend: jemand, der sich unterwürfig bei Mächtigen einschmeichelt. | Der neue Assistent gilt als Speichellecker des Chefs. |
| der Emporkömmling | Abwertend: jemand, der schnell sozial aufgestiegen ist. | Die alte Gesellschaft verachtete den reichen Emporkömmling. |
| der Parvenü | Abwertend: Neureicher, der sich nicht standesgemäß benimmt. | In den Salons galt der Fabrikant als Parvenü. |
| der Querulant | Person, die sich ständig beschwert und streitet. | Der Querulant hatte schon zwölf Klagen gegen seine Nachbarn eingereicht. |
| der Querdenker | Person, die eigenständig und unkonventionell denkt. | Als Querdenker hatte er stets originelle Ideen. |
| der Freigeist | Person, die sich keinen Dogmen unterwirft und frei denkt. | Der Philosoph war ein Freigeist, der jede Autorität infrage stellte. |
| der Schöngeist | Person mit großer Liebe zu Kunst und Literatur. | Der Schöngeist verbrachte seine Abende in der Oper. |
| der Feingeist | Gebildeter, kultivierter Mensch mit Sinn für das Feine. | Der Literaturkritiker galt als Feingeist mit scharfem Urteil. |
| der Müßiggang | Untätiges Nichtstun. | Ein Sprichwort sagt: Müßiggang ist aller Laster Anfang. |
| der Schlendrian | Umgangssprachlich: nachlässiger, bequemer Trott. | In der Behörde hatte sich ein gemütlicher Schlendrian eingeschlichen. |
| die Behäbigkeit | Schwerfällige, langsame Gemütlichkeit. | Die Behäbigkeit der Verwaltung ärgerte die Unternehmer. |
| die Gemächlichkeit | Ruhige, langsame Art ohne Eile. | Mit Gemächlichkeit schlenderten die Touristen durch den Park. |
| aburteilen | Jemanden verurteilen, oft vorschnell und ohne gründliche Prüfung. | Die Angeklagten wurden in einem Schnellverfahren abgeurteilt. |
| anbändeln | Umgangssprachlich: eine Liebesbeziehung oder einen Streit anfangen. | Auf der Party versuchte er, mit der Schwester seines Freundes anzubändeln. |
| anfeinden | Jemandem feindselig begegnen und ihn angreifen. | Wegen ihrer Meinung wurde die Politikerin im Netz heftig angefeindet. |
| anhaften | Als Merkmal, oft als Makel, mit etwas verbunden sein. | Dem Viertel haftet noch immer ein schlechter Ruf an. |
| aufwarten | Gehoben: etwas Besonderes bieten oder vorweisen. | Das Museum wartete mit einer Sensation auf. |
| ausharren | Trotz Schwierigkeiten geduldig an einem Ort bleiben. | Die Bergleute harrten drei Tage unter Tage aus, bis die Retter kamen. |
| bekunden | Gehoben: etwas deutlich zum Ausdruck bringen. | Der Minister bekundete sein Beileid gegenüber den Familien der Opfer. |
| bemühen | Sich anstrengen, etwas zu erreichen; auch jemanden in Anspruch nehmen. | Sie hat sich sehr bemüht, alle Gäste zufriedenzustellen. |
| bestärken | Jemanden in seiner Meinung oder Absicht unterstützen und sicherer machen. | Der Erfolg bestärkte sie in ihrem Entschluss, weiterzumachen. |
| bezeugen | Als Zeuge bestätigen; auch etwas deutlich zeigen. | Eine Passantin bezeugte vor Gericht, dass das Auto bei Rot gefahren war. |
| darlegen | Etwas ausführlich und klar erklären. | In ihrem Bericht hat die Kommission die Gründe für das Scheitern dargelegt. |
| dahinsiechen | Lange krank sein und immer schwächer werden. | Der alte Hund siechte monatelang dahin, bevor er starb. |
| dahinvegetieren | Ohne Freude und Sinn kümmerlich leben. | Die Gefangenen mussten in feuchten Zellen dahinvegetieren. |
| einbläuen | Jemandem etwas durch ständige Wiederholung einschärfen. | Die Mutter hatte ihm eingebläut, nie mit Fremden mitzugehen. |
| einstreichen | Umgangssprachlich: Geld oder Gewinn kassieren, oft ohne Leistung. | Der Vermittler strich eine hohe Provision ein. |
| entgegenwirken | Sich bemühen, eine Entwicklung aufzuhalten oder abzuschwächen. | Die Stadt pflanzt Bäume, um der Hitze im Sommer entgegenzuwirken. |
| entrichten | Amtlich: eine Gebühr oder einen Betrag bezahlen. | Die Gebühr muss vor Beginn des Kurses entrichtet werden. |
| erahnen | Etwas undeutlich vermuten oder spüren. | Hinter den Wolken ließ sich der Gipfel nur erahnen. |
| erdulden | Etwas Schmerzliches geduldig ertragen. | Sie erduldete die Schmerzen ohne Klage. |
| ergattern | Umgangssprachlich: etwas Begehrtes mit Glück oder Geschick bekommen. | In letzter Minute habe ich noch zwei Karten für das Konzert ergattert. |
| erhaschen | Etwas schnell ergreifen; auch einen kurzen Blick auf etwas werfen. | Durch die Menge erhaschte sie einen Blick auf die Königin. |
| ersticken | An Atemnot sterben; übertragen: etwas im Keim unterdrücken. | Die Proteste wurden schon im Keim erstickt. |
| fristen | Ein karges, mühsames Leben mit wenig Geld oder Freude führen. | Viele Rentner müssen ihr Dasein in Armut fristen. |
| gängeln | Jemanden bevormunden und in seiner Freiheit einschränken. | Die Studierenden fühlen sich von den vielen Vorschriften gegängelt. |
| hinterbringen | Gehoben: jemandem heimlich etwas berichten, was nicht für ihn bestimmt war. | Ein Diener hinterbrachte dem König die Pläne der Verschwörer. |
| kaschieren | Einen Mangel geschickt verdecken. | Mit dem Teppich wollte er die Flecken auf dem Boden kaschieren. |
| kleinreden | Etwas als weniger schlimm oder wichtig darstellen, als es ist. | Die Gefahr wurde von den Behörden lange kleingeredet. |
| lavieren | Geschickt zwischen verschiedenen Positionen hin und her manövrieren. | Der Politiker hat jahrelang zwischen beiden Lagern laviert. |
| liebäugeln | Mit dem Gedanken spielen, etwas zu tun oder zu kaufen. | Sie liebäugelt schon lange mit einem Umzug ans Meer. |
| mäkeln | Kleinlich an etwas herumkritisieren. | Er mäkelt ständig am Essen seiner Frau. |
| niederschlagen | Einen Aufstand gewaltsam beenden; auch ein Verfahren einstellen. | Der Aufstand wurde vom Militär blutig niedergeschlagen. |
| nivellieren | Unterschiede ausgleichen und einebnen. | Durch die Reform sollen die Unterschiede zwischen den Schulen nivelliert werden. |
| ächten | Jemanden aus der Gemeinschaft ausstoßen; etwas scharf verurteilen. | Chemische Waffen sind international geächtet. |
| pochen | Klopfen; übertragen: nachdrücklich auf etwas bestehen. | Der Mieter pochte auf sein Recht. |
| quittieren | Den Empfang bestätigen; auch auf etwas reagieren oder ein Amt aufgeben. | Das Publikum quittierte den Witz mit lautem Gelächter. |
| rütteln | Heftig hin und her bewegen; übertragen: etwas in Frage stellen. | An diesem Grundsatz lässt sich nicht rütteln. |
| schönreden | Etwas Schlechtes positiver darstellen, als es ist. | Es hat keinen Sinn, die Lage schönzureden. |
| schwelen | Ohne Flamme glimmen; übertragen: unterschwellig weiterbestehen. | In der Partei schwelt seit Monaten ein Konflikt. |
| sich anschicken | Gehoben: im Begriff sein, etwas zu tun. | Gerade als er sich anschickte, das Haus zu verlassen, klingelte das Telefon. |
| sich bemüßigt fühlen | Oft ironisch: sich verpflichtet glauben, etwas zu tun. | Er fühlte sich bemüßigt, jedem seine Meinung mitzuteilen. |
| sich entziehen | Sich von etwas fernhalten; einer Pflicht ausweichen. | Der Verdächtige entzog sich der Festnahme durch Flucht. |
| sich ergehen | Gehoben: sich ausführlich über etwas äußern. | Der Redner erging sich in endlosen Details. |
| sich erübrigen | Überflüssig werden, nicht mehr nötig sein. | Damit erübrigt sich jede weitere Diskussion. |
| sich verbitten | Nachdrücklich verlangen, dass etwas unterlassen wird. | Diesen Ton verbitte ich mir! |
| sich vergegenwärtigen | Sich etwas deutlich bewusst machen und vor Augen führen. | Man muss sich sich vergegenwärtigen, wie viel sich in zwanzig Jahren verändert hat. |
| sich verwehren | Gehoben: sich gegen etwas entschieden wehren. | Die Ärztin verwehrte sich gegen den Vorwurf der Nachlässigkeit. |
| totschweigen | Etwas absichtlich nicht erwähnen, damit es unbekannt bleibt. | Der Skandal wurde jahrelang totgeschwiegen. |
| übertünchen | Mit Farbe überstreichen; übertragen: Mängel oberflächlich verdecken. | Die Probleme wurden mit schönen Worten nur übertüncht. |
| umschmeicheln | Jemandem ständig schmeicheln, um ihn zu gewinnen. | Der Verkäufer umschmeichelte die reiche Kundin. |
| vereinnahmen | Jemanden oder etwas für die eigenen Zwecke beanspruchen. | Die Partei versucht, die Proteste für sich zu vereinnahmen. |
| verklausulieren | Etwas so kompliziert formulieren, dass es kaum verständlich ist. | Der Vertrag ist so verklausuliert, dass kein Laie ihn versteht. |
| vermasseln | Umgangssprachlich: etwas durch Fehler verderben. | Mit seiner Bemerkung hat er mir das ganze Vorstellungsgespräch vermasselt. |
| verschleppen | Etwas absichtlich verzögern; auch jemanden gewaltsam fortbringen. | Die Reform wurde von der Verwaltung jahrelang verschleppt. |
| verwässern | Etwas abschwächen, sodass es an Wirkung verliert. | Im Parlament wurde das Gesetz stark verwässert. |
| vorenthalten | Jemandem etwas, das ihm zusteht, nicht geben. | Den Mitarbeitern wurden wichtige Informationen vorenthalten. |
| wettmachen | Einen Nachteil oder Verlust ausgleichen. | Mit Fleiß kann er fehlendes Talent wettmachen. |
| zerreden | Etwas so lange besprechen, dass es keine Wirkung mehr hat. | Das gute Projekt wurde in endlosen Sitzungen zerredet. |
| zuwiderhandeln | Amtlich: gegen eine Vorschrift verstoßen. | Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, muss mit einer Strafe rechnen. |
| altbacken | Veraltet und nicht mehr zeitgemäß. | Das Design der Webseite wirkt ziemlich altbacken. |
| ausgefuchst | Umgangssprachlich: sehr schlau und erfahren. | Der ausgefuchste Verkäufer wusste genau, wie er uns überzeugen konnte. |
| ausufernd | Über das vernünftige Maß hinausgehend; immer größer werdend. | Die ausufernde Bürokratie lähmt viele kleine Betriebe. |
| blauäugig | Naiv und allzu vertrauensselig. | Es war ziemlich blauäugig, dem Fremden das Geld zu leihen. |
| bodenständig | Fest in einer Gegend verwurzelt; einfach und solide. | Das Gasthaus bietet bodenständige Küche aus der Region. |
| dünnhäutig | Leicht verletzlich und empfindlich gegenüber Kritik. | Seit der Trennung ist sie sehr dünnhäutig geworden. |
| dickfellig | Unempfindlich gegenüber Kritik oder Vorwürfen. | Er ist so dickfellig, dass ihn keine Beschwerde stört. |
| eingefleischt | Aus tiefster Überzeugung und Gewohnheit; unverbesserlich. | Mein Onkel ist ein eingefleischter Junggeselle. |
| engherzig | Kleinlich und ohne Großzügigkeit. | Es wäre engherzig, ihm diesen kleinen Fehler nicht zu verzeihen. |
| erzkonservativ | Äußerst konservativ, an allem Alten festhaltend. | Die erzkonservative Großtante war gegen jede Veränderung. |
| feingeistig | Gebildet und für Kunst und Geistiges empfänglich. | Die Zeitschrift richtet sich an ein feingeistiges Publikum. |
| fragmentarisch | Unvollständig, nur in Bruchstücken vorhanden. | Die Überlieferung des antiken Textes ist nur fragmentarisch. |
| gedrungen | Klein, kräftig und breit gebaut. | Der Ringer hatte eine gedrungene Statur. |
| geflissentlich | Absichtlich und bewusst; meist bei Übersehen oder Überhören. | Er überhörte geflissentlich die Frage nach seinen Schulden. |
| gemächlich | Ruhig und ohne Eile. | In gemächlichem Tempo wanderten wir den Fluss entlang. |
| grobschlächtig | Plump und grob gebaut; auch ohne Feingefühl. | Der grobschlächtige Kerl am Eingang ließ niemanden durch. |
| halsstarrig | Unbelehrbar stur und eigensinnig. | Der alte Bauer blieb halsstarrig bei seiner Meinung. |
| hartgesotten | Durch Erfahrung abgehärtet und kaum zu erschüttern. | Selbst hartgesottene Polizisten waren von dem Anblick schockiert. |
| hinterlistig | Heimtückisch und auf versteckte Weise böse. | Mit einer hinterlistigen Frage versuchte er, sie in die Falle zu locken. |
| hintersinnig | Mit verborgener, tieferer Bedeutung. | Das Publikum liebt den hintersinnigen Humor des Kabarettisten. |
| kleinkariert | Engstirnig und kleinlich im Denken. | Seine Ansichten über Mode sind ziemlich kleinkariert. |
| kleinlaut | Plötzlich still und gedämpft, weil man unsicher oder beschämt ist. | Nach der Rüge wurde der vorlaute Schüler ganz kleinlaut. |
| langatmig | Zu ausführlich und deshalb ermüdend. | Der Vortrag war so langatmig, dass einige Zuhörer einschliefen. |
| leichtfertig | Unvorsichtig und ohne an die Folgen zu denken. | Er hat sein Erbe leichtfertig verschwendet. |
| mannigfaltig | Gehoben: vielfältig und abwechslungsreich. | Die Insel bietet mannigfaltige Möglichkeiten zur Erholung. |
| marode | Heruntergekommen und in schlechtem Zustand. | Viele Brücken im Land sind marode und müssen saniert werden. |
| müßig | Überflüssig und sinnlos; auch untätig. | Es ist müßig, darüber zu streiten, wer schuld war. |
| nachtragend | Lange beleidigt und eine Kränkung nicht vergessend. | Sei nicht so nachtragend, er hat sich doch entschuldigt! |
| naseweis | Vorlaut und neugierig, besonders bei Kindern. | Das naseweise Mädchen wusste immer alles besser. |
| selbstherrlich | Eigenmächtig und ohne Rücksicht auf andere entscheidend. | Mit seinem selbstherrlichen Führungsstil vergraulte er viele Mitarbeiter. |
| sinnentleert | Ohne Sinn oder Bedeutung, oft durch häufige Wiederholung. | Für viele sind die alten Rituale zu sinnentleerten Gewohnheiten geworden. |
| tollkühn | Waghalsig bis zum Leichtsinn. | Mit einem tollkühnen Sprung rettete er sich ans andere Ufer. |
| überzogen | Übertrieben und unangemessen. | Die Forderungen der Gewerkschaft halten viele für überzogen. |
| unbedarft | Naiv und unerfahren. | Ich war damals noch ziemlich unbedarft in solchen Dingen. |
| unredlich | Unehrlich und unaufrichtig. | Der Händler wurde für seine unredlichen Geschäfte bestraft. |
| unverbindlich | Ohne Verpflichtung; auch höflich, aber distanziert. | Wir erstellen Ihnen gern ein kostenloses und unverbindliches Angebot. |
| vorschnell | Zu schnell und ohne genug Überlegung. | Hüten Sie sich vor einem vorschnellen Urteil. |
| wohlfeil | Gehoben: billig; übertragen: leicht zu haben und deshalb wenig wert. | Statt wohlfeiler Kritik hätte ich mir konkrete Vorschläge gewünscht. |
| wortkarg | Sehr schweigsam, wenig redend. | Der Fischer war wortkarg und antwortete nur mit Ja oder Nein. |
| das Feuilleton | Der Kulturteil einer Zeitung mit Texten über Bücher, Theater und Kunst. | Im Feuilleton steht eine Kritik des neuen Romans. |
| die Glosse | Ein kurzer, witziger und kritischer Kommentar in einer Zeitung. | In seiner Glosse macht sich der Journalist über die Verspätungen der Bahn lustig. |
| die Gewaltenteilung | Die Aufteilung der Staatsmacht auf Parlament, Regierung und Gerichte. | Die Gewaltenteilung verhindert, dass eine Person zu viel Macht hat. |
| das Bruttoinlandsprodukt | Der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die ein Land in einem Jahr herstellt. | Das Bruttoinlandsprodukt ist im letzten Quartal leicht gestiegen. |
| die Selbstoptimierung | Das ständige Bemühen, die eigene Person in allen Bereichen zu verbessern. | Fitness-Apps und Diäten sind Teil eines Trends zur Selbstoptimierung. |
| schlussfolgern | Aus Beobachtungen oder Fakten ein logisches Ergebnis ableiten. | Aus seinem Lächeln schlussfolgerte ich, dass er die Prüfung bestanden hatte. |
| die Akribie | Äußerste Genauigkeit und Sorgfalt bis ins kleinste Detail. | Die Forscherin prüfte jede Quelle mit großer Akribie. |
| die Allgegenwart | Die Tatsache, dass etwas überall vorhanden ist. | Die Allgegenwart von Smartphones hat unseren Alltag verändert. |
| der Antagonismus | Ein grundlegender, unversöhnlicher Gegensatz zwischen zwei Seiten. | Der Antagonismus zwischen den beiden Parteien prägte die Debatte. |
| die Ausdifferenzierung | Prozess, bei dem sich ein Ganzes in immer speziellere Teile gliedert. | Die Ausdifferenzierung der Wissenschaft führt zu immer neuen Fachgebieten. |
| das Gutdünken | Das eigene Ermessen; man entscheidet, wie man es für richtig hält. | Die Höhe des Trinkgelds liegt ganz in Ihrem Gutdünken. |
| die Empirie | Wissen, das auf Beobachtung und Erfahrung beruht. | Jede Theorie muss sich an der Empirie messen lassen. |
| die Prävalenz | Wie häufig eine Krankheit in einer Bevölkerung vorkommt. | Die Prävalenz von Allergien bei Kindern ist gestiegen. |
| postulieren | Etwas als notwendig fordern oder als gültig annehmen. | Der Philosoph postulierte die Freiheit des menschlichen Willens. |
Zehn Wörter am Tag: sieben neue, drei zur Wiederholung. Falsche Wörter kommen öfter wieder. Wenn du das ganze Niveau richtig hast, steigst du auf.